Kostenlos Strom laden? So geht es auch heute noch!

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Der CCS-Stecker hat sich in Europa als Standard durchgesetzt

Pioniere der Elektromobilität werden sich noch an die frühen Jahre erinnern: 2016-2018 tat man sich als E-Auto-Fahrer*in eher schwer, kostenpflichtige Ladestationen zu finden. Die meisten waren gratis – freilich war die Anzahl von Elektroautos auch noch sehr gering. Sogar Tesla verschenkte bis ins Jahr 2018 hinein die Supercharger-Nutzung für Model S und X.

Diese Zeiten sind nachvollziehbar vorbei. Mit einem Neuzulassungsanteil von inzwischen deutlich mehr als 10% und einem Bestand von Hunderttausenden rein elektrischen Fahrzeugen, gibt es Strom fast nicht mehr geschenkt. Aber, richtig – fast. Wir zeigen, wo auch heute noch kostenlos geladen werden kann.

Option 1: ALDI SÜD

Der Lebensdiscounter ALDI SÜD war eines der ersten Unternehmen, welches die Attraktivität von Ladestationen an seinen Supermarkt-Standorten erkannte. Anfangs baute man sogenannte Triple Charger (CCS, CHAdeMO, Typ 2) mit 50 Kilowatt Ladeleistung auf, inzwischen werden an neuen Standorten sogenannte High Power Charger mit bis zu 150 Kilowatt Leistung installiert (via CCS, 22 kW per Typ 2). Die mittlerweile fast 400 Ladestationen können kostenfrei und ohne Ladekarte oder App genutzt werden. Einstecken, Ladung starten, fertig. Achtung: Nur zu den Öffnungszeiten der jeweiligen Filiale und maximal eine Stunde lang. – Wohlgemerkt nur bei ALDI SÜD, beim Zwilling im Norden startete das elektrische Zeitalter noch nicht.

Option 2: Lidl

Auch dieser Discounter setzte früh auf Triple Charger und das kostenfreie Laden. Das Besondere: Die kostenfreien Stationen finden sich nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern Europas. An so gut wie allen Standorten kann mit bis zu 50 kW geladen werden, es gibt aber auch schon die ersten einzelnen 150 kW Ladestationen. Fürs Laden in Deutschland muss die App „Lidl eCharge“ (Android, iOS) installiert werden. Die kostenfreie Ladung kann zu Ladenöffnungszeiten ausschließlich mit dieser App gestartet werden.

Option 3: Kaufland

Kaufland ähnelt dem Modell der Konzernschwester Lidl: „Kaufland eCharge“ App installieren und nach Registrierung kostenfrei bei Kaufland in Deutschland laden. Auch Kaufland-Ladestationen finden sich in vielen europäischen Ländern und können während der Ladenöffnungszeit genutzt werden. Auch hier stößt man überwiegend auf Ladestationen mit 50 Kilowatt Leistung per CCS und CHAdeMO und 22 kW per Typ 2.

Option 3: IKEA

Möbel ansehen, Köttbullar essen und parallel das Auto kostenfrei aufladen – bei IKEA in Deutschland funktioniert das. In der Regel sind an den Einrichtungshäusern mehrere Triple Charger mit CCS, CHAdeMO und Typ 2 Anschluss vorhanden. Die Ladeleistung ist dabei auf 20 Kilowatt begrenzt, die Ladung wird – anders als z.B. bei ALDI SÜD – nicht automatisch nach einer Stunde beendet. Dem ausgiebigen Möbel-Spaziergang steht daher nichts im Weg. Zum Ladestart wird keine App und keine Ladekarte benötigt. Einstecken und Ladung am Display starten, fertig. Auch in vielen anderen europäischen Ländern finden sich bei IKEA Ladestationen. Diese sind dann in der Regel kostenpflichtig, bieten aber auch eine höhere Leistung.

Option 4: Lokale Anbieter

Es gibt immer noch kleinere Stadtwerke, die ihre lokalen Ladestationen kostenfrei betreiben. Häufig sogar ohne Notwendigkeit einer Ladekarte oder App. Da es immer weniger davon gibt, veraltet jede Liste recht schnell. Am besten vor Ort nachfragen/nachsehen.

Option 5: Hotels und Gaststätten

Zahlreiche Hotels und Gaststätten bieten ihren Übernachtungs-/Gastronomie-Gästen kostenfreie Lademöglichkeiten an. Vor der Buchung beim Hotel anfragen, ob ein Aufladen möglich ist. Die Erfahrung zeigt, dass meistens zumindest eine 11 Kilowatt CEE-Dose bereitgestellt werden kann. Über Nacht sicher ausreichend zum Aufladen selbst des größten Akkus.

Fair Use

Es ist erfreulich, dass es auch 2021 noch so viele kostenfreie Ladestationen in Deutschland gibt. Unternehmen wie ALDI SÜD und LIDL investieren viel Geld in den Aufbau dieser Kundenbindungsmaßnahme. Es sollte selbstverständlich sein, dass eine Ladestation bei einem Supermarkt auch nur während des Einkaufs genutzt und anschließend sogleich freigeräumt wird. Die genannten Einzelhandelsketten verfolgen zunehmend die missbräuchliche Nutzung der Ladestationen, was bis zu einer Strafanzeige führen kann.