2019: Nichts wird sein wie es war

Werbe-Schlacht auf dem Weihnachtsmarkt am Flughafen München - große Neugier beim Tesla - Audi pflastert die gesamte Terminal-Fassade

Ein emobly-Kommentar zum auslaufenden Jahr der Fahrverbote und zum bevorstehenden Jahr der Elektromobilität in Deutschland

Wenn Daimler in Mediendiensten Anzeigen schaltet, um die Welt wissen zu lassen, dass man im großen Stil Batterien gekauft habe (Breaking!). 

Wenn Audi gleichsam das Netz wie die Fußballstadien der Republik mit Bannerwerbung zutapeziert, dass Elektro gleich Audi ist (wir ahnten es schon immer!). 

Wenn BMW und VW sich regelmäßig dabei überbieten, Termine anzukündigen, zu denen sie neue E-Autos ankündigen (neues Genre: die Anküdigung der Ankündigung!) um dort dann zu verkünden, wie groß ihre E-Autoflotte im Jahr 20– [hier bitte eine Zahl zwischen 20 und 99 einsetzen] sein wird, dann, ja dann liebe Freunde wissen wir, was die Stunde geschlagen hat:

Willkommen im Zeitalter der Elektromobilität!

Als Journalist und Elektroautofahrer ist es durchaus bemerkenswert, die zurückliegenden Jahre der Automobilgeschichte Revue passieren zu lassen. Die Autobosse, die in ihrer Hybris keine Gelegenheit ausgelassen haben, ihre Kunden wieder und wieder für dumm zu verkaufen, alte wie potentielle neue Kunden der nächsten Generation zu vergraulen.

Aber auch die wenig wirklich objektive Berichterstattung in den Medien, die gerne vom harmlos anmutenden Abgas-“Schwindel” geschrieben hat, statt vom vorsätzlichen Abgas-Betrug. Journalisten, die Elektroautos per default zum Teufelszeug erklärten und keine Gelegenheit ausließen, Elon Musk für wahnsinnig zu erklären (Okay, er IST wahnsinnig).

Nein, wir alle haben einen langen Weg hinter uns und es lässt sich einfach nicht länger abstreiten: 2019 wird das Jahr der Elektroautos. 

Als Chefredakteur und Mitgründer von emobly habe ich in den vergangenen Monaten so viele kluge und faszinierende Pioniere und Firstmover aus der E-Auto-Szene kennenlernen dürfen. Einige von ihnen schreiben heute für uns, was mich stolz macht und ein klein bisschen sogar demütig. 

Die Umwälzungen, vor denen wir stehen, sind gewaltig und sie werden Opfer kosten. Wenn eine große Studie [PDF] heute feststellt, dass bis 2030 allein in Deutschland Hunderttausende Jobs wegfallen werden, dann ist das – egal wieviele neue Jobs in anderen Bereichen dafür entstehen werden – keine Kleinigkeit. 

Und doch sollten wir nicht mit Angst, sondern mit Zuversicht dieser neuen Ära entgegenblicken. Offen sein für Neues. Bereit sein, Gewohntes immer wieder zu hinterfragen, neu zu denken, neue Fähigkeiten zu erlernen. 

Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Es wird anstrengend, keine Frage. Aber ich freue mich auf’s neue Jahr und alle, die darauf folgen werden.

Hinweis: 

Am Freitag, 21. Dezember um 17 Uhr werden Georg, Grischa und ich mit Euch noch einmal auf das Jahr 2018 zurückblicken und mit Euch das bevorstehende Jahr 2019 diskutieren. Seid mit dabei hier auf emobly.com oder direkt auf unserem YouTube-Kanal.