Abschied vom BMW i3

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BMW i3
BMW i3

Für den beliebten BMW-Elektro-Pionier i3 soll es keinen Nachfolger geben. Das haben die Münchner jetzt in einem Interview bekannt gegeben.

Man kennt ihn vor allem als Stadtflitzer des deutschen Car-Sharing-Anbieters DriveNow. Aber auch sonst prägte er zuletzt immer häufiger das Straßenbild von Hamburg, Berlin oder München. Mit bislang 150.000 Stück schaffte es BMW immer wieder auf die Spitzenplätze der meist verkauften E-Autos in Deutschland.

Doch das dürfte bald ein Ende haben. Aus einem Gespräch mit dem Vertriebsvorstand von BMW geht hervor, dass der i3 bei BMW als ein Auslaufmodell gilt und nicht weiterentwickelt werden soll.

Es gäbe keine Pläne für einen i3-Nachfolger, so Pieter Nota gegenüber der Financial Times. Die Produktion laufe aber weiter, schließlich erfreut sich der Wagen auch sieben Jahre nach seiner Einführung immer noch großer Beliebtheit. So seien die i3-Verkäufe dieses Jahr gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 um 21 Prozent gestiegen, im August sogar um 30 Prozent.

Für gewöhnlich spendieren Autohersteller einem in die Jahre gekommenen Serien-Modell ein komplettes Makeover, also mehr als nur die beiden Batterie-Upgrades. Beim i3 handle es sich nicht um ein “normales Auto”, so der Vertriebs- und Markenchef. Wie lange das Fahrzeug noch gebaut werden soll, dazu machte der BMW-Manager keine Angaben.

Erst kürzlich hatten die Münchner im Kleingedruckten einer Presseerklärung den Produktionsstop des Sportwagens i8 zum April 2020 verkündet. Der Plug-In-Hybrid soll allerdings 2022 in neuer Gestalt zurückkommen, Gerüchten zufolge wieder als PHEV mit stärkeren Motoren.

emobly meint: Bei BMW liegt derzeit so manches im Argen. Geld wird aktuell nur noch mit großen, unzeitgemäßen SUVs verdient. Die EU-CO2-Grenzen werden wohl über Jahre hinweg gerissen, was empfindliche Strafzahlungen zur Folge haben dürfte. Dank Brexit drohen die Kosten für den in England produzierten Elektro-Mini zu explodieren. Und ausgerechnet in den nächsten zwei Jahren, in denen das Thema Elektromobilität vom Nischen- zum Massenthema wird, stehen die Münchner ohne eigenes E-Auto da.