ADAC Ecotest 2018: E-Autos lassen modernste Verbrenner weit hinter sich


Im Ecotest ermittelt der ADAC seit 15 Jahren die Abgase und den Verbrauch unterschiedlicher Autos. 2018 testeten sie dafür 109 Fahrzeuge. An der Spitze stehen fünf Elektroantriebe.

Der ADAC-Test ermittelt den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2), Kohlenmonoxid (CO), Stickoxid (NOX), Kohlenwasserstoff (HC) sowie Partikelmasse und -anzahl. Die praxisnahen Zyklen gehen nach eigener Aussage weit über die gesetzlichen Vorschriften hinaus, so werden die Fahrzeuge z.B. mit 200 kg beladen und mit häufig wechselnder Beschleunigung über die Teststrecken gescheucht. Auf dem Prüfstand und auf der Straße wurden nun erstmals auch Autos getestet, die die ab September 2019 für Neuwagen verpflichtende Abgasnorm Euro 6d-Temp erfüllen.

Hinweis: Der aktuelle ADAC-Ecotest konzentriert sich nur auf die Fahrzeuge, die im Jahr 2018 neu getestet wurden. In der Gesamtbewertung, die auch frühere Jahrgänge mit berücksichtigt, führt als unangefochtener Spitzenreiter der Hyundai Ioniq auf Platz 1.

Für die Spitzenplätze reicht der sauberste Verbrenner aber dennoch nicht: Auf den ersten Platz schaffte es unter den letztes Jahr neu getesteten Fahrzeuge der E-Golf, dicht gefolgt vom VW E-Up. Den dritten Platz belegt der BMW i3s, den vierten der Smart Fortwo EQ und an fünfter Stelle landete der Hyundai Kona Electric. Sie alle erhielten fünf von fünf möglichen Sternen. Sauberstes Auto mit Verbrennungsmotor (Erdgas) war der Fiat Panda mit ebenfalls fünf Sternen auf Platz 6. Direkt danach folgt mit dem Nissan Leaf (40 kWh) ein weiterer Elektrowagen. Und damit ist die Spitzenklasse mit vollen fünf Sternen schon durch, ab Platz 8 beginnt die zweite Klasse mit vier Sternen: Hier werden die besten Plätze von Hybrid (Toyota Yaris), Wasserstoff (Hyundai Nexo) und Erdgas (Opel Astra) belegt, dann folgt mit dem Tesla Model X 100 D ein weiterer Stromer.

Was messen die eigentlich?

Wie ein E-Fahrzeug bewertet wird und warum es im Test durchaus vergleichbar neben einem Verbrenner geführt werden kann, zeigt ein Blick in die Details des Spitzenreiters: Gemessen wurde ein durchschnittlichen Stromverbrauch von 17,3 kWh auf 100 km, worin auch Ladeverluste enthalten sind. Daraus errechnet sich eine CO2-Bilanz von 100 g pro km (wohlgemerkt mit regulärem deutschen Strommix mit 579 g CO2 pro kWh, Ökostrom würde hier noch bessere Werte erzeugen). Dafür ist der CO2-Rucksack der Batterieherstellung nicht berücksichtigt (dazu mehr hier und hier), wohl aber die Vorkette der Benziner, also die CO2-Belastung durch die Benzin-Herstellung. Das unterschiedliche Abschneiden der Stromer liegt darin begründet, wie gut sie die elektrische Energie umsetzen können, der Nissan etwa zieht auf 100 Kilometer etwas mehr Strom aus dem Akku (22,1 kWh), was auch mehr CO2-Ausstoß in den Kraftwerken bedeutet, daher bekommt er weniger Punkte.

Hier wird einem bewusst, wie rückständig der Verbrennungsmotor im Vergleich zur E-Maschine ist

ADAC-Ecotest

Da in Sachen Schadstoffe – also alles neben CO2 – die Emissionsfreiheit vor Ort entscheidend ist, erhalten die Stromer im Ecotest durchgehend volle Punkte. Auch beim Thema Feinstaub liegen sie natürlich vorn, da kein Auspuff vorhanden ist, die Kupplung fehlt meist ebenfalls und gebremst wird nicht selten über die Rekuperation. Außerdem loben die Tester das Fahrverhalten: „In puncto Vibrations-, Geräusch-, Ansprechverhalten und Leistungsentfaltung ist der E-Antrieb schlicht nicht zu toppen. Hier wird einem bewusst, wie rückständig der Verbrennungsmotor im Vergleich zur E-Maschine ist – und vom Wirkungsgrad ist dabei noch gar nicht die Rede.“

Modernste Verbrenner weit abgeschlagen

Der beste Kandidat mit der neuen Verbrenner-Abgasnorm 6d-Temp ist der VW Up GTI auf Platz 13 des Ecotests, danach folgt ein Lexus-Hybrid mit Norm 6b, danach dann der vollelektrische Jaguar I-Pace auf dem 15., dann wieder zwei 6d-Temp-Fahrzeuge (Kia Ceed Diesel und Skoda Fabia Benziner), auf die mit dem Nissan e-NV200 auf dem 18. Platz wieder ein Elektrofahrzeug folgt. Man merkt: Erst um den 20. Platz werden die neuen Verbrenner langsam mehr, und je größer sie werden, desto weiter hinten liegen sie natürlich: Mercedes C-Klasse und Volvo V60 liegen weit vor dem 5er BMW oder dem Mazda 6, außerdem geht es auch im Keller weiter: Der Opel Grandland X 2.0 Diesel Automatik zum Beispiel erfüllt zwar die neue Norm mit guten Schadstoffwerten. Doch sein Verbrauch und damit auch sein CO2-Wert sind zu hoch: Der Konkurrent des VW Tiguan bekommt so nur drei Sterne und landet im Mittelfeld auf Platz 59. 

Und damit ist nicht Schluss: Noch weiter hinten landen auch kompakte Wagen wie der der BMW 218i oder kleinere SUVs wie Volvo XC40, Mazda CX-5 oder BMW X3. Und auch in der vorletzten Klasse finden sich nicht wenige hochmoderne 6d-Temp-Modelle, auf Platz 90 liegt etwa der Volvo V90, etwas dahinter der Mazda 2, der VW Touareg und der Hyundai Santa Fe auf Platz 104. Ein Platz später beginnt mit dem Chevrolet Camaro V8 die 1-Sterne-Klasse, erst hier finden sich keine Wagen mit der neuesten Abgasklasse mehr. Im Gegenzug bekommen reinen Elektroautos mindestens vier von fünf Sternen. Und da dabei sogar der bullige Tesla X 100 gelistet ist, werden wohl auch andere E-Fahrzeuge kaum krasse Ausreißer aus diesem Feld sein.

Die komplette Liste mit den Ergebnissen des ADAC Ecotests 2018 gibt es hier:

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/tests/ecotest-ranking-sauberste-autos/

Wer direkt nach bestimmten Fahrzeugen oder anderen Kriterien suchen möchte, wird hier glücklich:

www.adac.de/ecotest