Apple nimmt Kurs auf die E-Mobility

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Zum Auftakt der jährlichen Entwickler-Konferenz hat Apple das neue iPhone Betriebssystem iOS 14 vorgestellt – darin enthalten auch einige neue Funktionen für das Auto der Zukunft.

Zugegeben, Sensationen sehen anders aus. Dennoch ist es bemerkenswert, wieviel Zeit Apple gestern beim Eröffnungs-Event der Entwickler-Konferenz 2020 dem Thema Mobilität gewidmet hat. Stolz wurde verkündet, dass 97 Prozent aller in den USA verkauften Autos über Apple CarPlay-Konnektivität verfügten. Weltweit sollen es 80 Prozent aller Fahrzeuge sein.

Der Konzern wählt seine Worte mit Bedacht. Auch wenn man die Pläne für ein eigenes Automobil vor Jahren begraben hat, seit spätestens gestern scheint klar zu sein: Apple möchte keine Autos bauen – dafür aber das Nummer 1 Betriebssystem der Autos der Zukunft werden. Und so wurden gestern ein paar kleinere, aber interessante Neuerungen des Apple-Kosmos präsentiert.

Screenshot: Apple

Zunächst einmal wären da die inkrementellen Verbesserungen von Apple Maps. Apple pumpt seit einem Jahrzehnt Hunderte von Millionen Dollar in den Ausbau seiner Karten-Technologie. So erhält die Routenplanung jetzt einen EV-Modus, der einem die Lade-Möglichkeiten passend zum Fahrzeug anzeigt. Die Funktion, die Tesla seit jeher besitzt, soll damit bald für jedes E-Auto verfügbar sein.

Merkwürdig: Als erste Partner für die EV-Routenplanung dienen ausgerechnet BMW und Ford, zwei Hersteller, die auf Jahre hinweg keine langstreckentauglichen E-Autos im Angebot haben (der i3 gilt als Auslaufmodell, der Mustang-E wird frühestens 2022 lieferbar sein).

Screenshot: Apple

Ein weiteres neues Feature ist Apple Car Key. Ein virtueller Autoschlüssel, der es dem Autobesitzer ermöglicht, sein Fahrzeug mit dem iPhone zu öffnen. Dank Near-Field-Communication (NFC) muss das Telefon dazu nicht aus der Tasche genommen werden. Das System ist bekannt und wird bereits von vielen Herstellern angeboten. Neu ist, dass diese Funktion nun in das Betriebssystem des Telefons integriert wurde, und nicht länger in der App des jew. Herstellers versteckt ist.

Praktisch: Ein solcher virtueller Schlüssel kann via Mail oder Textnachricht geteilt und mit gewissen Rechten ausgestattet werden. So lassen sich etwa Zeitfenster, Geo-Begrenzung und sogar Höchstgeschwindigkeit festlegen, mit dem das Fahrzeug gesteuert werden darf. Ein genormter Standard des Car Connectivity Konsortiums soll dafür sorgen, dass diese Funktion Hersteller-übergreifend funktioniert.

Quelle: BMW

emobly meint: Die Schlacht um das Auto nimmt Fahrt auf. Wer das Betriebssystem beherrscht, beherrscht das Auto – und damit den Markt. Vielleicht wird Apple doch noch eine eigene Auto-Hardware präsentieren. Nicht das Fahrzeug – sondern Apple Silicon, ein hocheffizienter Mikroprozessor, das Gehirn für die Mobilität der Zukunft.