Bayern-Cops verabschieden sich vom E-Auto

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Bild: emobly

Bayern schafft seine elektrischen Polizeistreifen ab – die Gründe sind nachvollziehbar und zeigen zugleich das Dilemma der deutschen Autoindustrie

Fünf Jahre waren die Fahrzeuge im Einsatz. Jetzt trennt sich Bayern von seinen zehn elektrischen Polizeistreifenwagen. Der Grund: Bei den E-Autos handelte es sich um BMW i3-Modelle mit einer Spitzengeschwindigkeit von 150 km/h und einer realen Reichweite von 160 Kilometern – zu wenig für die Landespolizei.

Daneben störte die Beamten die lange Ladezeit (bis zu 8 Stunden über AC) sowie der kleine Kofferraum. Auch zum Transport von Gefangenen erwies sich das Stadtauto als unbrauchbar. „Das Fahrzeug eignet sich nicht als Standardstreifenwagen“, so Polizeipressesprecher Michael Siefner in den Nürnberger Nachrichten.

Der Tesla-Streifenwagen – Foto: Fremont Police Department

emobly meint: An diesem Beispiel wird deutlich, vor welchen Problemen die deutsche Autoindustrie steht. Das einzige bezahlbare vollwertige E-Auto, das deutsche Autobauer aktuell vorweisen können, ist der BMW i3. Ein Auto, das 8 Jahre auf dem Buckel hat und tatsächlich kein Langstreckenfahrzeug ist. Anders in Niedersachsen: Hier wird die Opel-Ampera-e-Flotte mit einer Reichweite von 400 km sogar noch ausgebaut. Opel gehört zum französischen Automobilkonzern PSA. Die Tesla-Polizeistreifenwagen der Polizei von Fremont in Kalifornien schaffen 250 km/h mit einer Reichweite von bis zu 600 Kilometer pro Ladung. Solange man nicht vergisst, sie über Nacht wieder aufzuladen.

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Richard Gutjahr
Nach der Ausbildung zum Journalisten in München und in Washington habe ich als Reporter, Redakteur und Moderator bei Zeitungen, im Radio und im TV gearbeitet. Ich liebe die digitale Welt. Seit knapp einem Jahr fahre ich elektrisch und ich will nie wieder zurück! Als Mitgründer von emobly kümmere ich mich um die Themen und Inhalte auf dieser Seite.