Weltpremiere: BMW präsentiert iX3

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Weltpremiere im Netz: Mit dem iX3 hat BMW nach 8 Jahren sein zweites vollelektrisches Auto vorgestellt. Ende 2020 soll es erhältlich sein.

Einst galt BMW als Vorreiter in der Elektromobiltät. Heute rangieren die Münchner unter ferner liefen, wenn es um den Automarkt der Zukunft geht. In Deutschland gehört der i3 noch immer zu den meistverkauften Elektroautos. Batterie und Design der Fahrzeuge haben allerdings schon bald ein Jahrzehnt auf dem Buckel und entsprechen in keinster Weise mehr dem heutigen Stand der Technik.

Auch als Verbrenner – BMW nennt das “The Power of Choice”

Heute wurde der iX3 vorgestellt, mit dem BMW zu Tesla, aber auch zur deutschen Konkurrenz, wie dem Audi e-tron oder dem Mercedes EQC aufschließen möchte. Der iX3, ein sog. Sports Acticity Vehicle (SAV), ist mit einer 80 kWh-Batterie ausgestattet und soll bei einer Ladezeit von 30 Minuten 400 Kilometer fahren. Maximal soll der Wagen 460 Kilometer Reichweite (WLTP) bieten. Höchstleistung: 210 kW/286 PS, maximales Drehmoment 400 Nm. Beschleunigung von null auf 100 km/h in 6,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch auf 180 km/h begrenzt (alle Angaben noch unter Vorbehalt).

Vorprodukten des iX3 in China – Quelle: BMW

Gefertigt wird der iX3 über das Joint Venture BMW Brilliance Automotive (BBA) in Shenyang, China, wo die Produktion im Spätsommer anlaufen wird und wo Ende des Jahres die ersten Serienmodelle vom Band laufen sollen.

Das Timing für das Elektroauto sei “perfect”, so der BMW-Boss Oliver Zipse in der eher unspektakulären Web-Premiere, die mit wenig mehr als ein paar Computer-Animationen und den üblichen Werbefilm-Zuspielungen auskam. Jetzt, wo der Markt für Elektroautos stark anzieht, läge BMW mit seinem Produktportfolio genau richtig.

Die Weltpremiere ließ viele Fragen offen. So wurde nichts über den Verkaufspreis verraten. [Ergänzt: Der Preis wurde später über eine Presseerklärung auf der Webseite nachgeliefert. Für Deutschland berechnet BMW die Basisversion des iX3 mit dem aktuell reduzierten Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent bei 68.040 Euro – da das Auto bis Jahresende nicht nach Deutschland importiert wird, muss man hier jedoch mit den vollen 19% rechnen].

Konkrete Daten, wann das Fahrzeug in Europa zu haben sein wird, wurden nicht genannt. Konfigurationen, Innenraum-Ausstattung etc. – kein Wort. Kein Bild. Nichts. Offenbar wird es wohl noch eine Weile länger dauern, bis das Fahrzeug tatsächlich auf deutschen Straßen zu sehen sein wird. Einzigst die Information, dass der iX3 über eine Over-the-Air-Update-Funktion verfügen wird, hatte einen gewissen Nachrichtenwert dieser Premiere.

Werbefoto vom iX3 – Quelle: BMW

emobly meint: Der einstige Elektroprimus BMW hat durch krasse Management-Fehler seinen Vorsprung im Emobilty-Zukunftsmarkt nahezu komplett verspielt und wird es schwer haben, mit seinen noch nicht serienreifen E-Automodellen eines Tages wieder zur Spitzengruppe aufzuschließen. Die Tatsache, dass der heute vorgestellte iX3 auf der selben Produktionslinie gefertigt wird, wie die Verbrenner- und Hybrid-Variante X3, zeugt vom mangelndem Vertrauen der Münchner in ihre eigene Technologie. “The Power of Choice” oder wie wir es nennen: Planlosigkeit.