Bug bei neuen Superchargern: Andere Marken konnten laden

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Quelle: Tesla Inc.

Beim Ausrollen der neuen Supercharger der dritten Generation („v3“) kam es in Deutschland bei Tesla offenbar zu einem Fehler. An mehreren Standorten war bzw. ist derzeit immer noch das Laden auch für Fahrzeuge anderer Marken möglich, vorausgesetzt diese verfügen über den CCS-Anschluss.

Mehrere Berichte machten schnell die Runde, dass u.a. BMW i3, VW e-Golf und Hyundai Kona an Superchargern laden konnten. Dazu musste lediglich das CCS-Kabel eingesteckt werden und die Ladung startete kostenfrei.

Hyperventilation, Verschwörungstheorien und wildes Durcheinander

In vielen Tesla Communities, sei es in Foren oder Chatgruppen, bildete sich umgehend eine imposante und hochgradig emotionale Empörungswelle. Die einen zeigten sich zornig darüber, dass andere Marken an Superchargern kostenfrei laden dürften, während sie selbst doch 0,32 Euro/kWh zahlen müssten. Andere sahen den Untergang des elektrischen Abendlandes herbeiziehen, wenn die bislang exklusive Tesla-Supercharger-Community durch BMW, Audi und Jaguar beschmutzt würde. Die krudesten Theorien sahen den Start des VW ID.3 mit dem zeitgleichen Supercharger v3-Bug als klares Zeichen der Fusion von Tesla und VW.

Mutmaßlich harmloser Software-Bug

Tatsächlich dürfte es sich um einen simplen Fehler in der Supercharger Backend-Software handeln. Der Abgleich der Fahrzeug VIN/MAC-ID (eindeutige Identifikationsnummer) mit den Daten im Hintergrund scheint nicht zu funktionieren, so dass alle CCS-Fahrzeuge Strom bekommen. Dies dürfte auch dazu führen, dass an den betroffenen v3-Standorten Tesla-Autos kostenfrei laden, unabhängig von der Anzeige im Fahrzeug. Berichten zufolge hat Tesla bereits mit dem Ausrollen eines Bugfixes begonnen, der den Fehler behebt. An den ersten Standorten ist das Laden wieder nur für Tesla Fahrzeuge möglich.

Die Tesla Supercharger sind auf eigene Modelle ausgerichtet und entsprechend gebaut worden. Kabellänge und Position des Ladepunktes lassen ein Laden für andere Marken schon rein vom Aufbau her kaum zu. Eine Öffnung des Supercharger-Netzwerkes für andere Marken würde daher einen enormen Umbauaufwand mit sich bringen und dürfte auch zukünftig mehr als unwahrscheinlich sein.