Corona-Pandemie: Wie sicher ist die öffentliche Ladeinfrastruktur?

0
Quelle: Shutterstock

Letzte Woche haben immer mehr Bundesländer das öffentliche Leben eingeschränkt, Sonntagabend haben die Ministerpräsidenten ein weitgehendes Kontaktverbot beschlossen – die eigene Wohnung soll nur in zwingend notwendigen Fällen verlassen werden. Welche Auswirkungen hat diese Entscheidung auf die Verfügbarkeit der öffentlichen Ladeinfrastruktur? Wir haben bei den Betreibern nachgefragt, welche Maßnahmen sie ergreifen, um den Betrieb der Stromtankstellen trotz Corona sicherzustellen.

Die EnBW erklärte, als Betreiber kritischer Infrastruktur gut auf Krisen vorbereitet zu sein und entsprechende Notfallpläne zu haben. Man habe sich frühzeitig mit entsprechenden Maßnahmen vorbereitet und tausende Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, auch ein Großteil der Störungen an Ladestationen könne remote aus dem Homeoffice gelöst werden.

Der niederländische Anbieter Fastned sagte uns, dass die Wartungstrupps in getrennten Teams organisiert sind und die restliche Belegschaft von zuhause arbeitet. Man habe „alle relevanten Maßnahmen ergriffen“ und werde den Betrieb aufrechterhalten.

Innogy gab an, die Risiken der Pandemie ernst zu nehmen und verwies auf die „zentrale Krisenorganisation“ von E.ON und innogy, die alle Themen rund um Corona koordiniert. Kritisches Personal werde besonders geschützt.

Bei Ionity wurden die für die Hotline zuständigen Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, die Hotline sei dadurch weiterhin ohne Einschränkungen erreichbar. Viele Ladestationen böten durch mehrere Ladepunkte pro Standort eine hohe Redundanz. Zusätzlich verweist Ionity darauf, dass das Virus auf Oberflächen überleben könne und legt allen Kunden häufiges Händewäschen oder die Nutzung von Einmalhandschuhen nahe.

Die österreichische Smatrics schildert uns, dass bereits zum Jahreswechsel Maßnahmen ergriffen wurden, um den Betrieb aus den Homeoffices der Mitarbeiter heraus ganz normal aufrecht zu erhalten. Aktuell seien Entstörungen zwar wichtiger als normale Wartungen, jedoch werde gerade ein Konzept erarbeitet, um auch reguläre Wartungen und Überprüfungen weiterhin durchführen zu können. In den Außeneinsatz gehen nur noch ausgewählte Mitarbeiter und die Hotline-Crew befindet sich zum Großteil im Homeoffice. Für die verbleibenden Mitarbeiter gebe es erhöhte Sicherheitsmaßnahmen, beispielsweise fällt das Desksharing weg.

Die Stadtwerke München betonen, dass sie den Betrieb der Ladeinfrastruktur sicherstellen. Der Sicherheitsservice, der für die Entstörung der Ladestationen zuständig ist, zählt als Teil der kritischen Infrastruktur, unterliegt also denselben strengen Kriterien wie Kraftwerke oder Wasserversorgung. Außerdem sei der Sicherheitsservice 24/7 besetzt und dementsprechend eine gute Erreichbarkeit der Hotline gegeben.

Stromnetz Hamburg teilte uns mit, dass ihre Mitarbeiter grundsätzlich aus dem Homeoffice arbeiten und im Falle von beschädigten Ladesäulen ausrücken und diese sichern, um eine Gefährdung der Allgemeinheit auszuschließen. Die Wiederherstellung erfolge aber erst nach der Aufnahme des geregelten Geschäftsbetriebes. Für Notfall- und Wartungsarbeiten seien genügend Mitarbeiter eingeplant, die sich wöchentlich abwechseln.

emobly meint: Alle Ladeinfrastruktur-Betreiber, die uns geantwortet haben, nehmen die Corona-Pandemie sehr ernst und bereiten sich in ähnlicher Art und Weise darauf vor. Wir gehen davon aus, dass der Betrieb der Ladestationen sicherer als der der Benzin-Tankstellen ist – die werden nämlich in Italien ab Mittwoch geschlossen, um das Personal zu schützen. Diese Gefahr besteht bei Ladestationen nicht, weil dort ja kein menschlicher Kontakt nötig ist.