Die katastrophale CO2-Bilanz der Plug-In-Hybride

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Die Autoindustrie verkauft sie gerne als “das Beste aus beiden Welten”. Das Gegenteil ist der Fall. Immer mehr Studien bescheinigen den Plug-In-Hybriden eine katastrophale Umweltbilanz.

Spätestens seit der Studie des Fraunhofer-Instituts für System und Innovationsforschung (ISI) und des International Council on Clean Transportation (ICCT) Ende 2020 hätte mit dem staatlichen Umweltbonus für Plug-In-Hybride Schluss sein müssen.

Daten von rund 100.000 Plug-In-Hybriden flossen in die Studie ein. Darunter auch die Daten unzähliger Dienstfahrzeuge, die noch immer den Löwenanteil auf deutschen Straßen ausmachen. Das Ergebnis könnte klarer nicht ausfallen:

  • Im Mittel fielen die realen Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissionen von Plug-in-Hybridfahrzeugen bei privaten Haltern in Deutschland mehr als doppelt so hoch aus wie im offiziellen Testzyklus.
  • Bei Dienstwagen war die Abweichung noch höher, sie lag beim drei- bis vierfachen der Werte – sowohl nach dem NEFZ- wie auch dem WLTP-Prüfzyklus.
  • Der Unterschied zwischen Prüfstandswerten und Realverbrauch fiel bei Plug-ins damit noch höher aus als bei reinen Verbrennern.

Eines der größten Probleme bei Plug-In-Hybriden ist der sog. Utility-Faktor. Sprich: Die Frage, wie häufig das Fahrzeug mit elektrischem und wie häufig mit klassischem Verbrennermotor gefahren wird.

  • Utility-Faktor: Während der Elektro-Anteil bei den privaten Plug-in-Hybriden im NEFZ-Zyklus bei durchschnittlich 69 Prozent lag, war er im Realbetrieb deutlich geringer. Dort wurden nur 37 Prozent der Fahrstrecken rein elektrisch zurückgelegt.
  • Bei Firmenwagen war die Differenz sogar noch größer. Während der Utility-Factor dieser Modelle im NEFZ-Zyklus im Schnitt bei 63 Prozent lag, legten Dienstwagen im Realbetrieb nur 20 Prozent der gefahrenen Kilometer rein elektrisch zurück.

Dieses krasse Missverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit ausgerechnet bei Dienstfahrzeugen ist umso fataler, als dass 63 Prozent der Neuzulassungen in Deutschland auf gewerbliche Firmenflotten, Autohersteller und -händler entfällt.

Eine aktuelle Studie der »Transport & Environment« (T&E) macht das ganze Ausmaß der Dienstwagen-Misere und dem hohen Anteil an Plug-Ins deutlich:

  • 87 Prozent der neuen Firmenwagen werden nach wie vor von einem Verbrennungsmotor angetrieben.
  • Das ist umso schlimmer, als dass Dienstfahrzeuge pro Jahr rund zweimal so viele Kilometer wie private Pkw zurücklegen.
  • Der durchschnittliche deutsche Firmenwagen stößt laut T&E 140 Gramm CO₂ pro Kilometer aus. Im Vereinigten Königreich liegt dieser Wert bei 131 Gramm, in Frankreich bei 120 und in den Niederlanden bei 98.
  • Nur 5,5 Prozent der gewerblichen Neuzulassungen in Deutschland waren 2020 Batteriefahrzeuge. Zum Vergleich: Im Vereinigten Königreich liegt dieser Wert bei 8,4 Prozent, in den Niederlanden bei 26,2 Prozent.

An einer Stelle bezeichnen die T&E-Wissenschaftler Plug-in-Hybride als “Fake EVs”, also als Fake-Elektrofahrzeuge. Deutlicher kann man die Ergebnisse nicht auf den Punkt bringen.