E-Mobility: Deutschland holt auf

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Der Markt für Elektroautos wächst weiter, Tempo und Umfang variieren nach Region und Förderung. So das Fazit des Electromobility-Report 2020 des Center of Automotive Management (CAM) aus Bergisch Gladbach. 

Allen voran die beiden E-Mobilitätslokomotiven China und USA legen eine Pause ein. In China ist die Zahl der Neuzulassungen von sog. New Energy Vehicles (NEV) im Jahr 2019 um 4 Prozent zurückgegangen. Grund für die Wachstumsbremse sei das Ende der E-Autoförderung zur Mitte des Jahres. Zum Jahresabschluss 2019 wurden auf dem chinesischen Markt rund 1,2 Mio. Elektrofahrzeuge abgesetzt. Der Marktanteil der E-Fahrzeuge an den Gesamtzulassungen stieg aufgrund der hohen Dynamik im ersten Halbjahr dennoch von 4,5 auf 4,7 Prozent. 

Für die USA wird ein Rückgang um 10 Prozent erwartet (die offiziellen Zahlen für 2019 stehen noch aus). Im Vergleich zum Vorjahr wird ein Rückgang um rund 5 Prozent auf 324.000 Einheiten erwartet. Trotz rückläufiger Absatzzahlen bleibt die USA jedoch nach China mit weitem Abstand immer noch der zweitwichtigste Markt für Elektromobilität. Insgesamt sank in den USA der Marktanteil von E-Autos von 2,1 Prozent auf 1,9 Prozent.

Anders in Deutschland: Hier kamen 2019 rund 109.000 (teil-) elektrische Autos neu auf die Straße. Das sind 41.000 Fahrzeuge mehr als im Vorjahr, ein Zuwachs um 50 Prozent gegenüber 2018. Der Marktanteil steigt von 2,0 Prozent auf erstmals 3,0 Prozent an. Darunter sind 58 Prozent reine E-Autos (BEV) und 42 Prozent Plugin-Hybride (PHEV).

Neuzulassungen elektrischer Autos (BEV und PHEV) 2019 in absoluten Zahlen

Norwegen ist in absoluten Zahlen nach Deutschland nur noch das zweitstärkste E-Automobilland in Europa. Im Gesamtjahr 2019 stiegen die Neuzulassungen von E-Autos auf 80.000 Einheiten (+10%). Gleichzeitig verteidigt das Land seine Ausnahmeposition beim Marktanteil, der von 49,1 Prozent im Vorjahr auf 55,9 Prozent stieg. Rund 76 Prozent der E-Fahrzeuge sind BEVs, der Anteil der Plugin-Hybride liegt bei lediglich 24 Prozent. 

Während 2019 global betrachtet ein „Übergangsjahr“ war, rechnet CAM-Gründer Prof. Dr. Stefan Bratzel mit deutlichen Zuwächsen für das Jahr 2020. „Es zeigt sich, dass die Absatzdynamik im positiven wie im negativen Sinne durch regulatorische Rahmenbedingungen in erheblichem Maße beeinflusst ist. Um Fehlsteuerungen und daraus folgende Marktverzerrungen zu vermeiden, muss die Politik langfristig angelegte Förderkulissen entwerfen, die sowohl die umweltpolitischen als auch soziale und wirtschaftspolitische Ziele adressieren.“