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Top der Woche

Eine neue Studie zeigt (mal wieder), dass Elektroautos weniger oder viel weniger CO2 als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ausstoßen – im besten Fall 80% weniger. Das Thema Ökobilanzen ist damit so langsam aber sicher durch, es wird immer schwieriger, den CO2-Ausstoß von Elektroautos schlechtzurechnen.

Flop der Woche

Das Model H von Triton Solar. Ein Monstertruck-ähnliches Fahrzeug, dessen 200 kWh-Akku 1.000 km Reichweite ermöglichen soll und den Koloss in unter drei Sekunden auf 100 km/ katapultiert. Acht Passagiere und sieben Tonnen Anhängelast sollen ebenfalls kein Problem sein. Vorbestellungen sind für 5.000 US-Dollar möglich – wann das Auto produziert werden soll, gibt Triton aber nicht an. Über den Sinn solcher Fahrzeuge lässt sich streiten, es ist aber wohl ohnehin zu erwarten, dass dieses Fahrzeug nie gebaut wird – zumindest nicht mit den bisher angegebenen technischen Daten.

Monstertruck mit Fantasie-Daten: Das Triton Model H. Bild: Triton

Zahl der Woche

1.391

Taycans (oder ist der Plural Taycane?) lieferte Porsche im ersten Quartal 2020 aus. Zum Vergleich: Tesla brachte im gleichen Zeitraum 12.200 Model S zu den Kunden. Die Stärke des Taycan auf dem deutschen Markt (hierzulande verkauft er sich besser als das Model S) ist also global gesehen ein Ausreißer.

Zitat der Woche

„Die Summe müsste schon so hoch sein, dass es die Kunden zum Kauf eines Neuwagens animiert – allerdings die Prämie für Elektroautos natürlich nicht übersteigt.“

Das fordert Michael Brecht, Betriebsratsvorsitzender bei Daimler von einer möglichen Kaufprämie für Verbrenner. Er offenbart damit die Sinnlosigkeit dieser Forderung, denn die wenigen tausend Euro, die hier zur Debatte stehen, werden kaum Autokäufe auslösen, sondern nur als teurer Mitnahme-Effekt verpuffen. Krisenbewältigung geht anders.

Person der Woche

Will ohne eigene Batteriezellfertigung bei E-Autos ganz vorne mitspielen: Bosch-Chef Denner. Foto: Bosch

Bosch-CEO Volkmar Denner. Unter seiner Führung hatte sich Bosch 2018 gegen eine eigene Fabrik für Batteriezellen entschieden, dennoch will Denner jetzt, dass Bosch bei der Elektromobilität die gleiche dominierende Rolle spielt wie beim Verbrenner. Ob das ohne das Wichtigste Bauteil eines Elektroautos geht?

Ausblick

Daimler verabschiedet sich im PKW vom Wasserstoff-Antrieb, das einzige aktuell angebotene FCEV, der GLC F-Cell wird auslaufen und bekommt keinen Nachfolger – Mercedes-Benz konzentriert sich jetzt ganz auf reine Akku-Fahrzeuge (BEV).

Auch von Toyota gibt es in dem Bereich eine interessante Meldung: Die Japaner bringen drei BEVs auf den Markt, unter anderem eines mit 54 kWh Akku. Das ist bemerkenswert, weil Toyota bisher die Linie „E-Autos nur mit kleinen Autos, Langstrecke ist was für Wasserstoff“ vertrat – wandelt sich das jetzt etwa?

Video-Tipp

Passend zu den Ankündigungen von Daimler und Toyota gibt es eine ZDF-Doku von 2011, in der gezeigt wurde, dass Daimler schon in den 90ern und dann nochmal 2014 Wasserstoffautos in Massenproduktion versprach – durch der Ankündigung aus dieser Woche sind diese Versprechen jetzt endgültig gebrochen. Was das für die ständigen Wasserstoff-Ankündigungen anderer Hersteller bedeuten könnte, möge jede*r Leser*in selbst abwägen.