EON ändert Preismodell und zwingt Kunden zur App-Nutzung

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e.on Konzernzentrale in Essen
e.on Konzernzentrale / BIld: E.ON SE

Der Energiekonzern e.on mutet seinen Ladetarif-Kunden zum Jahreswechsel einiges zu: Zum einen werden alle bestehenden Verträge gekündigt zum 31.12.2020. Wer ab Januar weiterhin mit dem „e.on Drive“ Angebot laden will, muss einen neuen Vertrag abschließen. Zum gleichen Zeitpunkt führt das Unternehmen ein kWh-basiertes Abrechnungsmodell ein.

An DC-Stationen mit bis zu 50 kW Leistung werden 0,49 Euro/kWh berechnet, an schnelleren High Power Chargern (HPC) 0,59 Euro/kWh. An langsamen AC-Ladestationen kostet eine Kilowattstunde 0,39 Euro. Zusätzlich werden auch im neuen Tarifmodell 4,95 Euro monatliches Grundentgelt in Rechnung gestellt.

Dieses einheitliche Preismodell hat jedoch Lücken: An Stationen, die noch nicht eichrechtskonform umgebaut wurden, wird weiterhin eine Session Fee, also eine pauschale Summe pro Ladevorgang, berechnet. Kunden, die keine böse Überraschung erleben wollen, sollten den konkreten Preis in der e.on App prüfen.

Ohne App kein Strom – eon verweigert Kartenakzeptanz

Diese App (iOS/Android) werden Kunden ohnehin benötigen, denn e.on zwingt die Kunden zur Nutzung. Mittels Ladekarte ist kein Ladestart möglich. Eon gehört seit Jahren zu den wenigen Anbietern, die sich weigern, RFID-/NFC-Lesegeräte an Ladestationen zu installieren. Bei den größeren Wettbewerbern wie EnBW, Allego, Ionity und Fastned ist dies selbstverständlicher Standard – auch international. Ist der Smartphone-Akku leer oder kein Mobilfunknetz verfügbar, bleiben eon-Kunden in Zukunft ohne Strom.