Get Charge: Alpiq zieht den Stecker

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Tausende von Get-Charge-Kunden haben am Abend Post bekommen. Der unter E-Autofahrern einst beliebte Ladestromanbieter stellt zum Jahresende den Betrieb in Deutschland ein.

Erst im Frühjahr hatte der Schweizer Energieanbieter Alpiq das deutsche Ladestromgeschäft von der Deutschen Telekom übernommen. Alpiq ist einer der größten Stromanbieter der Schweiz und betreibt vor allem in der Schweiz, in Österreich, in Italien aber auch in Deutschland öffentliche Ladepunkte sowie weitere Ladestromeinrichtungen.

Im Herbst 2018 war die Deutsche Telekom mit einer eigenen Ladekarte ins Rennen gegangen. Nur wenig später erfolgte ein Rebranding in “Get Charge” und eine überarbeitete Tarifstruktur.

Aufgrund der großen Ladenetz-Abdeckung und der kundenfreundlichen Tarife erfreute sich Get Charge gerade bei E-Autopionieren großer Beliebtheit. Auch bei emobly gehörte die Get Charge-Karte stets zu den Top-Empfehlungen.

Seit der Übernahme leistete sich Get Charge eine ganze Reihe von Pannen. So war der Dienst zum Stichtag der Umstellung tagelang nicht verfügbar. Auf die neue App warteten die Kunden Monate. Auch kam es in der Folge immer wieder zu Ausfällen.

Gründe für die Einstellung von Get Charge hat Alpiq in seiner Kunden-E-Mail nicht genannt. Eine Pressemitteilung liegt uns noch nicht vor. Sobald wir Antwort auf unsere Medien-Anfrage erhalten, werden wir diese an dieser Stelle publizieren.

Nachtrag (1. Dezember 2020) – Antwort von der Alpiq Group zu unserer Anfrage:

“Wir bestätigen, dass Alpiq beschlossen hat, den Betrieb von GET CHARGE zum 31. Dezember 2020 einzustellen. Alpiq überprüft in regelmässigen Abständen ihr Portfolio an Produkten und Dienstleistungen und nimmt daraus abgeleitet selektive Investitionen oder Devestitionen vor. Der Entscheid wurde aufgrund der Marktanalyse von Alpiq in Deutschland getroffen, Alpiq wird diese Dienstleistung in Deutschland nicht weiter anbieten und alle GET CHARGE Kunden wurden informiert und werden regelmässig weiterhin informiert. Wir bedauern den Entscheid und setzen alles daran, den Ausstieg für unsere Kunden so komfortabel und reibungslos wie möglich zu gestalten.”