It’s the battery, stupid!

Quelle: Daimler

Nachdem die traditionellen Autobauer aufgewacht sind, nimmt der Kampf um die Elektromobilität endlich Fahrt auf. Dabei zeichnet sich jetzt schon ab: Die Vorherrschaft über den Automobilmarkt der Zukunft wird über die Akkus entschieden.

Ob Audi oder Mercedes, die Meldungen über Lieferprobleme und Produktionsengpässe häufen sich. Und das ausgerechnet bei den Herstellern, die seit knapp einem Jahrhundert nichts anderes tun, als Autos zu bauen. Der Grund für die Verzögerungen sind immer wieder zwei Bereiche: Probleme mit der Software. Und: Fehlende Akkus.

Während Tesla parallel zur Massenfertigung seiner Fahrzeuge auf ein eigenes Supercharger-Netzwerk sowie auf die Fertigung eigener Akkus gesetzt hat, stehen ausgerechnet die großen traditionellen Autokonzerne nackt da. Ob VW-Gruppe, BMW oder Mercedes, die deutschen Autobauer hängen wie kaum ein anderes Land am Tropf von China.

Schon heute sind Dutzende chinesische Unternehmen führend auf dem Markt für Akkus. Allen voran der 1995 gegründete Akkuproduzent BYD hat zuletzt eine Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie entwickelt, die günstiger und sicherer ist, als die herkömmliche Lithium-Ionen-Technologie. Sowohl VW als auch Mercedes beziehen Akkus von BYD. Pikant: BYD Auto produziert in China überaus erfolgreich (und mittlerweile auch in Kalifornien) selbst Fahrzeuge und drängt mit seinen Modellen auf den europäischen Markt. 

Auch zwischen LG Eletronics und VW fliegen schon Funken. Die Südkoreaner wollen den Deutschen keine Akkus mehr liefern, sollten die Wolfsburger ernst machen und zusammen mit einem koreanischen Konkurrenten in den heiß umkämpften Akku-Markt einsteigen. Volkswagen hatte zuvor seinen Akku-Bedarf bis 2025 auf 40 eigene Gigafactories bemessen.

Unterdessen hat die Bundesregierung letzte Woche offiziell einen Förderaufruf zur Batteriezellenfertigung gestartet. Bis Mitte März sollen Projektideen eingebracht werden. Insgesamt stünden bis zu eine Milliarde Euro an Fördergeldern bereit. Der Plan laut Bundeswirtschaftsminister Altmaier sei es, gemeinsam mit EU-Partnern rund 30 Prozent der weltweiten Akku-Nachfrage abzudecken.