Kommt 2021 das Apple-Auto?

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Konzept-Entwurf eines freischaffenden Designers

Seit Jahren kursieren wilde Gerüchte über ein E-Auto von Apple im Netz. Jetzt gibt es neue Meldungen, wonach das erste Fahrzeug bereits 2021 vorgestellt werden könnte. emobly hat die Berichte analysiert und trennt Fakten von Fan-Kult.

Woher stammen die neuen Gerüchte?

Zwei aktuelle Berichte haben die Spekulationen um das Apple-Auto neu entfacht. Zunächst hatte die taiwanesische Economic Daily News mehrere Hersteller zitiert, wonach die Produktion eines Apple-E-Autos kurz bevorstehe. Nur einen Tag später folgte ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, der die Gerüchte flankierte.

Worum geht es inhaltlich?

Der erste Bericht aus Taiwan stellt sehr detaillierte Behauptungen auf, die sich angeblich auf Mitarbeiter der Zuliefererfirmen stützen:

  • Das Fahrzeug soll in Taiwan gefertigt werden
  • Die Produktion der ersten Komponenten soll im zweiten Quartal 2021 anlaufen
  • Das Fahrzeug soll autonom fahren können
  • Der Chiphersteller TSMC soll gemeinsam mit Apple am “Selbstfahrer-Chip” arbeiten
  • Das Fahrzeug soll noch 2021 vorgestellt werden

Der Bericht von Reuters relativiert manche Behauptungen der Economic Daily News, unterstreicht aber die Existenz der Apple-Pläne:

  • Apple habe die Entwicklung eines eigenständigen PKW im Jahr 2018 intern neu organisiert und seitdem vorangetrieben
  • Seitdem habe der Konzern große Fortschritte gemacht, der Produktionsstart soll frühestens 2024 erfolgen – aufgrund der Pandemie evtl. erst 2025
  • Herzstück sei das “Monocell” – Batterie-Design, das mehr Raum bietet und damit die Reichweite radikal erhöht
  • Bei der Batterie selbst soll es sich um eine LFP-Batterie handeln
  • Apple soll auf externe Produzenten für unterschiedliche Lidar-Sensoren zurückgreifen

emoblys Fazit: Was ist dran?

Während Reuters über eine hohe Glaubwürdigkeit verfügt, ist der Bericht der Economic Daily News aus Taiwan mit Vorsicht zu genießen. Das Blatt hat in der Vergangenheit zwar schon oft bevorstehende Apple-Produkte korrekt vorhergesagt, lag mit seinen Prognosen aber genauso oft auch daneben.

Fakt ist: Apple erforscht seit 2014 mit viel Geld und Manpower Möglichkeiten, im Automotive-Bereich Fuß zu fassen (Projekt Titan, oder auch T172). Zeitweise hatte Apple weltweit Experten von großen Autoherstellern abgeworben, darunter auch aus Deutschland und von Tesla.

2016 kam es dann zu einem Wendepunkt. Apple soll die Pläne für ein eigenes Fahrzeug begraben haben, das Titan-Team wurde auf ein Minimum reduziert und man fokussierte sich intern auf die Software für Autonomes Fahren. 2018 berichtete die New York Times vom Projekt “Jetstream”, bei dem Apple und Volkswagen gemeinsam fahrerlose Shuttle-Busse produzierte.

Offenbar wurden die Arbeiten an einem eigenständigen PKW aber nie komplett begraben. Doug Field, ein Apple-Veteran, der zwischenzeitlich die Produktion bei Tesla leitete, kehrte 2018 zu Apple zurück und reorganisierte das Team. Die Leitung für die Selbstfahrer-Software obliegt seit kurzem John Giannandrea, Spezialist für Machine Learning und Künstliche Intelligenz.

Nach Erscheinen des Reuters-Berichtes sank die Tesla-Aktie an der Wall Street – trotz zeitgleicher Aufnahme in den S&P 500 Index – um 6,5 Prozent, wohingegen Apple um 1,2 Prozent zulegte.