Model 3 Premiere in München / Tesla setzt auf CCS

Besonders gemütlich begrüßte das Münchner Wetter das Tesla Model 3 heute nicht. Aber weder dichter Nebel noch kühle 5 Grad Temperatur konnten gut 30 Neugierige davon abhalten, bereits vor Öffnung des Tesla Stores um 9.30 Uhr in der Schlange zu stehen.

Der erste Blick auf die “blinde” Reservierung

Beim Gespräch mit den Wartenden in der Schlange wird schnell klar: Hier stehen keine “Fanboys/-girls”, sondern neugierige Reservierungsinhaber. Bis auf zwei wartende Herren hatte noch niemand aus der Menge ein Model 3 real gesehen. Aber reserviert hatten so gut wie alle das Fahrzeug, die meisten bereits ganz zu Beginn im April 2016. Und noch etwas fällt auf: Es ist für fast jede(n) in der Schlange das erste Elektrofahrzeug und es löst einen Verbrenner deutscher Fabrikation ab. Man wolle den aktuellen Audi, BMW und VW noch solange fahren, bis das Model 3 ausgeliefert würde.

Tesla setzt auf CCS beim Model 3

Parallel zu den Premieren in Düsseldorf und München gab Tesla heute bekannt, dass das Model 3 in Europa mit dem “Combined Charging System” (CCS) ausgeliefert wird. Somit kann das Fahrzeug auch an Drittanbieter-Ladestationen wie Fastned oder Ionity geladen werden. Sukzessive will Tesla das europäische Supercharger-Netzwerk zudem mit einem zusätzlichen CCS-Kabel ausstatten. Besitzer des Model S/X können zukünftig einen Adapter kaufen, um ebenfalls CCS nutzen zu können. Angaben zur Ladeleistung des CCS-Adapters machte Tesla heute nicht, der Preis dürfte bei rund 500 Euro liegen.

“While Tesla owners already have access to the most convenient and reliable charging solutions available between home charging, Supercharging and Destination Charging, we want to expand their ability to charge at third party fast chargers. In advance of Model 3 rollout in Europe, we will be retrofitting our existing Superchargers with dual charge cables to enable Model 3 which will come with a CCS Combo 2 charge port, to use the Tesla Supercharger network. Model S and Model X customers will continue to have full access to the network and a CCS Combo 2 adapter will soon be available to purchase, if desired.” (Tesla)

Einige Fragen bleiben offen

Das feuerrote Model 3 im Münchner Tesla Store ist kein Europäer – es handelt sich um ein US-Modell. Deshalb bleiben einige Fragen unbeantwortet: Wie teuer wird das Model 3 in Deutschland sein? Ein Verweis auf die aktuelle US-Preise wird genannt, für Europa gibt es nicht einmal eine Indikation. Wann kann man verbindlich bestellen und wann startet die Auslieferung? Das altbekannte “In der ersten Jahreshälfte 2019 kommt das Model 3 nach Deutschland” muss heute als Antwort genügen.

Der Verkaufspreis scheint sekundär zu sein

Es scheint aber, dass die Frage nach dem Preis ohnehin kaum jemanden interessiert heute morgen. Neben dem Verfasser dieser Zeilen stellen nur zwei weitere Reservierer die Frage. In den USA gaben laut Tesla mehr als die Hälfte der Model 3-Käufer ein deutlich günstigeres Fahrzeug in Zahlung. Das Stimmungsbild heute morgen lässt vermuten, dass ein solches Verhalten auch in Deutschland Realität werden könnte.

Die erste Kontaktaufnahme überzeugt

Nach der Überprüfung der Reservierungsnummer werden die Neugierigen in Dreiergruppen zum Fahrzeug begleitet. Ein “Product Genius” sitzt im Fahrzeug und beantwortet die Fragen, auf die Tesla heute bereits eine Antwort geben will. Der Eindruck nach dem ersten Probesitzen scheint positiv, wirklich ernsthafte Kritik äußert keine(r), wohl aber die Hoffnung, dass es bald auch Probefahrten mit dem Model 3 geben wird.