Neuer Umweltbonus lässt weiter auf sich warten

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Die angekündigte Erhöhung der Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland verzögert sich auf unbestimmte Zeit – der Grund liegt offenbar nicht in Brüssel.

Deutschland und die Elektroautos – es ist kompliziert. Eigentlich war man sich in Berlin einig, den sog. “Umweltbonus” für den Kauf eines Elektroautos unter einem Listenpreis von 40.000 Euro von 4.000 auf 6.000 Euro anzuheben (den genauen Beschluss findet Ihr hier). Auf die Frage, ab wann die neue Regelung gelte, hieß es im November 2019 noch: ab sofort – im Sinne von: noch in diesem Jahr.

Davon kann heute keine Rede mehr sein. Händler wie Verbraucher warten vergeblich auf eine verlässliche Auskunft, ab wann man die Förderung beantragen kann. Mal ist die Rede von Wochen, mal heißt es in einigen Monaten. Die “Zeit” ist der Sache nachgegangen und hat versucht herauszufinden, was seit dem Umweltgipfel im Herbst geschehen ist.

Berichtet wird von Schreiben zwischen dem zuständigen Amt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Brüssel und dem Bundeswirtschaftsministerium. Die Zeitung deutet an, dass die Schuld an dem Förderchaos nicht allein auf Brüssel zurückzuführen sei. Vielmehr gebe es wohl Streitigkeiten innerhalb der Bundesregierung, inwieweit man durch eine allzu offensive Förderung von Elektroautos der klassischen deutschen Autoproduktion Probleme bereite. Argumentationskeule von VW, Mercedes und BMW: der überstürzte Umstieg vom Verbrenner zum Stromer bedeute den Verlust von Hunderttausenden von Arbeitsplätzen.

Und so können auch wir heute nicht sagen, wann die angekündigte Erhöhung der E-Prämien kommt. Oder wie es auf der Webseite des zuständigen Bundesamtes so schön heißt: “Bitte sehen Sie von telefonischen Anfragen ab.”