Neues Audi Elektroauto: Der bessere e-tron

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So sieht der neue Elektro-Audi aus.

Auf der LA Autoshow hat Audi einen neues Elektroauto vorgestellt, den e-tron Sportback. Er ist dem e-tron SUV sehr ähnlich, allerdings gab es viele Detailverbesserungen, quasi ein Facelift, das noch dazu in einer neuen Karosserieform daherkommt. emobly-Autor Robin Engelhardt konnte ihn bereits exklusiv vor der Premiere begutachten – hier seine Eindrücke.

Schon wieder ein SUV

Von vorne (genauer: bis zur B-Säule) sieht der e-tron Sportback eins zu eins aus wie der altbekannte e-tron SUV, die Heckform wurde vom A7 übernommen. Das merkt man auch im Inneren: Die Kopffreiheit hinten ist zwar weiterhin besser als in einem Tesla Model S oder Porsche Taycan, aber doch geringer als im SUV. Das Cockpit wurde komplett vom SUV übernommen – beim Blick nach vorne ist es wirklich schwierig, überhaupt einen Unterschied zu bemerken.

Zwei kleine, aber sehr nützliche Anpassungen finden sich in der Software: Einerseits ist Amazons Sprachassistentin Alexa mit an Bord, noch wichtiger sind aber wohl die Live-Updates zu Ladestationen, die künftig im Navi sichtbar sein sollen. Der e-tron SUV zeigt bisher zwar eifrig fossile Tankstellen sowie die Preise von Benzin und Diesel an, geizt aber mit Infos über Elektro-Ladesäulen.

Audi e-tron Sportback Cockpit
Leider nur fürs Foto, fahren durfte unser emobly-Autor den neuen e-tron noch nicht.

Was unter der Haube neu ist

Noch mehr als die Karosserieform tragen diverse technische Verbesserungen zur erhöhten Reichweite bei. So wurde das Heiz-/Kühlsystem für den Akku und den Innenraum effizienter, die Achsgeometrie angepasst und die Abstimmung von Rekuperation und Bremsen verbessert. Beim Tritt aufs Bremspedal entscheidet das Auto je nach Situation, ob direkt mit den mechanischen Bremsen oder nur per Rekuperation verzögert wird.

Der 95 kWh Akku ist bereits aus dem e-tron SUV bekannt, allerdings ist etwas mehr Kapazität nutzbar: Beim SUV gibt Audi 83,6 kWh zur Nutzung frei, beim Sportback sind 86,5 kWh nutzbar.

Diese Änderungen dürften der wichtigste Punkt für Langstreckenfahrer sein, denn in Summe verbessert sich die Reichweite von 411 km im SUV auf 446 km im Sportback.

Auch mit diesen zusätzlichen 37 Kilometern ist der e-tron Sportback noch sehr weit vom Tesla Model S entfernt (610 km WLTP), aber immerhin nähert er sich dem Porsche Taycan an, der schafft gerade mal zwei Kilometer mehr.

Wie viel von der WLTP-Reichweite real übrig bleibt, muss ein Praxistest zeigen – eine längere Strecke konnte ich noch nicht mit dem Wagen fahren – das wird aber nachgeholt.

Ansonsten bleiben die Fahrdaten weitestgehend gleich wie beim e-tron SUV, eine abgespeckte Variante mit kleinerem Akku wird es ebenfalls geben – diese soll ab 71.000 € erhältlich sein.

Verdammt hell

Besonders stolz ist Audi auf das neue Matrix LED-Licht mit 1,2 Mio. Pixeln. Auch ich war davon positiv überrascht, denn es gibt durchaus sinnvolle Anwendungen: Zum Beispiel kann eine Art Licht-Teppich auf die Straße projiziert werden, der anzeigt, ob das Auto durch eine Engstelle beispielsweise auf einer Autobahn-Baustelle passt. Auf die genaue Technik dahinter gehe ich hier aus Platzgründen aber nicht ein, mit dem elektrischen Fahren hat das ja relativ wenig zu tun.

Alle genannten Features werden später auch für den e-tron SUV verfügbar sein, einen genauen Zeitpunkt gibt es dazu aber noch nicht. Am Anfang sind sie exklusiv im e-tron Sportback zu finden.

Einen ausführlicheren Bericht gibt es dann, wenn wir den e-tron Sportback auf der Straße testen konnten.

emobly meint: Schade, dass das Auto kein reines Coupe bzw. eine Limousine ist, sondern eine SUV-Mischform – das ließ sich bei der mit dem großen Bruder geteilten Plattform aber nicht vermeiden und hat den Vorteil, dass Audi so schnell ein zweites Elektro-Modell auf den Markt bringen konnte. 37 Kilometer mehr Reichweite sind kein gigantischer Sprung, dennoch könnte der e-tron Sportback dadurch für Leute interessant werden, denen die Reichweite des SUV zu gering war.

Der e-tron Sportback ist eine solide Weiterentwicklung des e-tron SUV – nicht mehr und nicht weniger. Wichtig ist, dass Audi zum Marktstart im Frühjahr 2020 schnell ordentliche Stückzahlen liefert – bei vielen Elektro-Modellen ist die Nachfrage aktuell nämlich deutlich höher als das Angebot. Spannend wird es dann, wenn Audi sein Porsche Taycan-Derivat auf den Markt bringt, den e-tron GT.

Offenlegung: Audi hat die Reisekosten des Autors übernommen.