Nico Rosberg exklusiv – Mission Emobilität

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Nico Rosberg, Formel-1-Weltmeister 2016 mit seinen Fans - Foto: Daimler AG

Ein Formel 1 Weltmeister als Botschafter für Elektromobilität? Am Rande der Formel E in Berlin hat sich emobly-Kolumnist Don Dahlmann mit dem 33jährigen für emobly getroffen.

Herr Rosberg, sie sind Teilhaber der Formula E Serie und haben nun das Greentech Festival ins Leben gerufen. Gleichzeitig werben Sie für die Elektromobilität. Wie kommt man von der Formel Eins zur Elektromobilität?

Ich habe nach meinem Rücktritt von der Formel Eins eine Zeit überlegt, welche Herausforderung ich als nächstes annehmen werde. Eine erste Idee entwickelte sich durch die Unterstützung von Mercedes, für die ich ja in der Formel Eins angetreten bin. Auch nach meinem Abschied aus der Serie ist die enge Verbindung zu Mercedes nie abgebrochen. Bei Mercedes hat man mir gezeigt, wie man sich dort die Zukunft vorstellt. Dazu zählt natürlich auch die Elektromobilität und alles, was dazu gehört. Mein Interesse war schnell geweckt und ich habe mich nach Investitionsmöglichkeiten umgeschaut und das Greentech Festival ins Leben gerufen, das grünen Technologien eine globale Plattform bietet.


Zur Ihrer aktiven Zeit hatten Sie sich mit dem Thema nie beschäftigt?

Nein, überhaupt nicht. Dazu hatte ich auch überhaupt keine Zeit. Meine Freizeit war sehr begrenzt und meine Konzentration lag ausschließlich auf dem nächsten Rennen oder der kommenden Saison. Die wenige Zeit, die mir verblieb habe ich mit meiner Familie verbracht. Aber meine Faszination für neue Technologien hat natürlich auch etwas mit dem Motorsport zu tun. Ich habe mich in den letzten Jahren tief in das Thema Elektromobilität eingearbeitet. Erst, weil es mich als Investor interessierte, aber auch, weil ich der Überzeugung bin, dass wir wirklich etwas verändern müssen.

Investieren Sie vor allem in Startups, die in irgendeiner Form mit der Elektromobilität zu tun haben?

Nicht ausschließlich, aber es liegt mir sehr am Herzen. Eines meiner ersten Investments betraf das Unternehmen „Chargepoint“ in den USA, die eine eigene Ladeinfrastruktur aufbauen. Mittlerweile sind da ja auch Autohersteller wie Daimler oder BMW involviert. Danach folgten weitere Investments in andere Startups. Mich interessieren neue Technologien ebenso wie Software Entwicklungen.

Mittlerweile sind Sie eine Art Botschafter für die Elektromobilität und die Verkehrswende geworden.

Das stimmt und es macht mir eine Menge Spaß. Ich war in diesem Jahr wieder beim Weltwirtschaftsforum in Davos und konnte meine Projekte und Ideen vorstellen. Dazu gehören Dinge wie das Elektrotaxi, das in einer Kooperation zwischen der Firma meiner Familie, Team Rosberg Engineering, und dem Unternehmen Schaeffler entwickelt wird. Wir wollen eine Plattform entwickeln, die vielseitig einsetzbar ist. Auf der Plattform kann man verschiedene Aufsätze platzieren. Von einem Elektrotaxi bis zu einem Lieferwagen.


Sie verfügen über eine Vielzahl internationaler Kontakte und sind international viel unterwegs. Wie sieht man die Elektromobilität und Fragen um die Nachhaltigkeit in anderen Ländern?

Die Fragen, die man sich in Deutschland stellt, findet man auch in anderen Ländern. Es ist manchmal leider sehr schwierig, Menschen zu überzeugen. Ich war neulich auf einem Treffen von Transport- und Verkehrsministern aus aller Welt. Weil dort ein Minister den Abschnitt mit der Nachhaltigkeit aus der gemeinsamen Erklärung nicht mittragen wollten, ist der ganze Abschnitt aus der Erklärung gefallen. Es gibt also noch viel zu tun.

Sie wohnen in Monaco. Dort sind die Straßen notorisch verstopft und man steht mit dem Auto oft im Stau. Wie bewegen sie sich durch ihre Heimatstadt?

Ich nutzte meist den Carsharing Dienst Mobee. Die haben diese winzigen und sehr witzigen Renault Twizzy. Das tolle daran ist, dass man die Autos überall umsonst parken kann, auch auf den Parkplätzen für Motorräder. Dazu kommt, dass es an jeder Ecke in Monaco mittlerweile Ladestationen gibt. Es ist eine tolle Lösung, die in Monaco auch oft genutzt wird. Dazu habe ich mir ein Elektromotorrad zugelegt, mit dem ich gerne Ausflüge mache.


Und wenn es mal bequemer sein muss?

Hier in Berlin fahre ich gerade den neuen Mercedes EQC. Natürlich ist es mir wichtig, so oft wie es geht mit einem Elektroauto unterwegs zu sein. Ich mache das alles nicht nur, weil ich als Investor tätig bin, sondern weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass wir etwas verändern können. Nur, wenn wir uns alle mehr um die Nachhaltigkeit in unserem Leben kümmern, werden wir den Erhalt des Planeten sichern können.

Das emobly-Gespräch führte Don Dahlmann

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Technologie, Internet und Mobilität sind Themen die mich und mein Leben antreiben. Als Journalist schreibe ich regelmäßig über diese Themen für die bekanntesten deutschsprachigen Magazine und Zeitungen. Dabei geht es vor allem um die Zukunft der Mobilität in unserer Welt. Elektrifizierung, Autonome Fahrzeuge, Carsharing, und die Wirtschaft um diese Themen werden von mir seit Jahren begleitet und kritisch beschrieben. Als einer der ersten Journalisten in Deutschland, habe ich mit CEOs aus der Mobilitätsbranche über Veränderungen und Herausforderungen gesprochen. Die Fragen, wie wir unsere Zukunft nachhaltig mobil halten, welche Unternehmen für die Veränderungen bereit sind, welche Herausforderungen und Gefahren auf uns warten, habe ich in vielen Artikeln und Analysen beschrieben.