Österreich hebt Umwelt-Tempolimit für E-Autos auf

IG-L Tempolimit auf der A10
IG-L Tempolimit auf der A10 / Foto: Neumayr/MMV © Land Salzburg

Der Österreichische Nationalrat hat in seiner heutigen Sitzung eine Änderung des Immissionsschutzgesetzes-Luft (IG-L) beschlossen. In Zukunft gilt die Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h in sog. “IG-L Zonen” auf Autobahnen und Schnellstraßen nicht mehr für rein elektrische Fahrzeuge.

“Diese Ausnahme für E-Fahrzeuge ist ein Vorteil, den wir Besitzerinnen und Besitzern von E-Fahrzeugen gegenüber Verbrennungsmotoren geben wollen”
Elisabeth Köstinger (ÖVP).

Betroffen seien rund 440 Kilometer des Streckennetzes. Man wolle den Wechsel von Benzin- und Diesel-Fahrzeugen zur Elektromobilität über Anreize und nicht durch Verbote beschleunigen.

“Ein wesentliches Instrument zur Erreichung [der Klimaziele] ist die Stärkung der E-Mobilität. Mit dem Beschluss des Nationalrats, wurde heute die erste Maßnahme des E-Mobilitätspakets der Regierung umgesetzt”, so Elisabeth Köstinger, österreichische Nachhaltigskeitsministerin.

Der österreichische Automobilclub ÖAMTC begrüßte den Beschluss: “Denn wieso sollte ein Tempolimit, das zur Reduktion von Luftschadstoffen aktiviert wird, für emissionsfreie E-Fahrzeuge gelten?” so Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung.

In einem nächsten Schritt sollen in Österreich Busspuren für Elektroautos geöffnet und das Gratis-Parken für E-Autos eingeführt werden. Eine Senkung der Vignetten-Gebühren für die Benutzung österreichischer Autobahnen ist dagegen für Elektroautos bislang nicht geplant.

In Deutschland gibt es mit Ausnahme des staatlichen Umweltbonus keine direkt wirkenden nationalen Fördermaßnahmen. Im Rahmen des Elektromobilitätsgesetzes (EmoG) können Länder und Kommunen regional begrenzt Maßnahmen wie kostenfreies Parken für Elektroautos umsetzen.