Pilotversuch: Tesla öffnet Supercharger-Netz für andere Marken

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Tesla Supercharger / Bild: Tesla
Tesla Supercharger / Bild: Tesla

Lange wurde darüber spekuliert, nun geht es los: Tesla öffnet sein Supercharger-Netz für Fahrzeuge anderer Marken. Das Ganze geschieht zunächst im Rahmen eines sehr überschaubaren, aber dennoch interessanten Pilotversuchs. In Europa werden zunächst zehn Supercharger-Standorte in den Niederlanden für andere Marken geöffnet.

Andere Fahrzeuge können an diesen zehn Standorten nur laden, wenn sie über einen CCS-Anschluss verfügen. Vor der Nutzung ist eine Anmeldung in der Tesla App notwendig. Eine Ladekarte wird nicht benötigt, denn der eigentliche Ladevorgang wird Tesla-typisch simpel gelöst: Nach Anstecken des Fahrzeuges wird in der App nur die 2-stellige Ladepunktnummer eingegeben und die Ladung startet.

Preis-Attacke auf Ionity

Nicht-Tesla Fahrzeuge (so nennt es Tesla tatsächlich) bezahlen im Rahmen des Pilotversuchs 0,57 EUR pro Kilowattstunde. Im Vergleich zu den 0,25 EUR/kWh, die mit Tesla-Fahrzeugen fällig werden, auf der einen Seite ein beachtlicher Aufschlag. Verglichen mit anderen HPC-Anbietern wie Allego oder IONITY, die bis zu 0,79 EUR/kWh berechnen, fällt der Preis jedoch attraktiv aus. Zumal anders als bei den beiden genannten Anbietern, die Stationen wenigstens sehr verlässlich funktionieren.

Mittels eines Monatsabos (12,99 EUR) kann der kWh-Preis zudem auf sehr attraktive 0,24 EUR gesenkt werden. Hierbei sind dann jedoch maximal fünf Ladevorgänge pro Tag gestattet.

Konflikte könnten entstehen

In der Praxis wird sich zeigen, ob Tesla die Öffnung beibehält. Freilich nimmt man diese Öffnung nicht etwa aufgrund von juristischen Zwängen vor, sondern um in das attraktive Ladegeschäft einzusteigen. Die hohe Qualität und Verlässlichkeit des Supercharger-Netzwerkes sind wichtige Kaufgründe für Tesla-Fahrzeuge. Auch Fahrer*innen anderer Fabrikate hätten sicher Interesse, dieses Ladenetz zu nutzen. Konflikte könnten jedoch schnell entstehen: Die Ladepunkte von Tesla sind in Hinblick auf Aufbau und Kabellänge kompromisslos auf Tesla Model S, 3, X und Y optimiert. Wenn z.B. ein Fahrzeug mit Ladeport hinten rechts ansteckt, blockiert es den Nachbar-Ladepunkt für Tesla-Fahrzeuge gleich mit. Vorsorglich schreibt Tesla bereits in diversen Infotexten, dass man sich nicht quer vor mehrere Ladepunkte stellen soll, um nicht zig Ladeplätze zu blockieren.

Pilot-Standorte in den Niederlanden:

  • Sassenheim
  • Apeldoorn Oost
  • Meerkerk
  • Hengelo
  • Tilburg
  • Duiven
  • Breukelen
  • Naarden
  • Eemnes
  • Zwolle