Porsche macht den Taycan billiger

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Bild: Porsche AG

Porsche hat eine neue Version des Taycan auf den Markt gebracht. Schon länger war bekannt, dass es vier Versionen geben soll, zur Vorstellung des Taycan gingen aber nur die Varianten Turbo und Turbo S in den Verkauf. Jetzt kommt die dritte und bislang günstigste Version, der 4S hinzu. Wir haben alle technischen Daten und Fakten für Euch zusammengefasst.

80.000 € billiger

Als Porsche den Turbo S vorstellte, ging ein Aufschrei durch die Elektro-Blase: „Was, 185.000 €? Viel zu teuer, dafür krieg ich ja zwei Teslas!“ Den Hinweis, dass das die absolute Top-Variante ist (für die Tesla vor den drastischen Preissenkungen auch mal ähnliche Preise aufgerufen hat), haben viele gekonnt ignoriert. Jetzt ist endlich eine vergleichsweise günstige Option da, der Taycan 4S ist satte 80.000 € billiger als der Turbo S und immer noch fast 50.000 € günstiger als der Turbo.

Optisch kaum von den teureren Varianten zu unterscheiden: der Taycan 4S.
Bilder: Porsche AG.

Ausstattung ähnlich, aber schwächerer Antrieb

Die Ausstattung ist in vielen Punkten ähnlich zu teureren Taycan-Varianten: Bei allen kostet fast jedes Feature extra. Einen Abstandsregeltempomaten und Einparkhilfen haben weder der 4S, noch der Turbo oder der Turbo S serienmäßig verbaut.

Der Taycan 4S ist zwar deutlich karger ausgestattet als der Turbo (S), aber dennoch nicht das „nackte“ Auto geworden, das manche befürchtet hatten.

Die Unterschiede liegen vor allem im Antrieb: In Turbo und Turbo S ist die größere Batterie (93 statt 79 kWh) Serie, im Taycan 4S kostet sie 6.500 € Aufpreis. Die 225 kW Ladeleistung der Basisbatterie sind zwar weniger als die 270 kW, die die größere Batterie verkraftet, aber immer noch mehr als bei der Konkurrenz (Audi e-tron und Tesla S/X beide bei 150 kW, Model 3 theoretisch bei 250 kW, passende Ladestationen fehlen aber noch).

Immer noch sehr viel Power

Die Leistung beträgt je nach Batterie 530 bzw. 571 PS, die 100 km/h-Grenze durchfährt der Taycan 4S nach 4 Sekunden und beschleunigt weiter bis maximal 250 km/h. Diese Werte liegen zwar in Zahlen unter denen von Turbo und Turbo S – in 90% der Fälle dürfte aber kaum ein Unterschied zu spüren sein. Der Taycan 4S ist zwar nicht so gut für Rennstrecken geeignet wie seine großen Brüder – auf langen Strecken könnte er beim Verbrauch aber sogar leichte Vorteile haben. Im Normzyklus beträgt der Verbrauchsunterschied etwa 2 kWh/ 100 km – ob das real mehr oder weniger ist, müssen ausführliche Langstreckentests zeigen.

So sieht die mechanische Ladeklappe aus. Die elektrische kostet 620 € Aufpreis.

Wie viel wird der Taycan S kosten?

Porsche gibt an, sich bei der Bepreisung des Taycan stark an den eigenen Produkten (sprich dem Panamera) zu orientieren. Die aktuellen Varianten 4S, Turbo und Turbo S sind preislich alle in einer ähnlichen Liga wie die Panamera-Pendants, aber doch deutlich billiger (je nach Variante zwischen 5.000 und 12.000 €). Im Schnitt ist der Panamera jeweils 8.000 € teurer als der vergleichbare Taycan. Nach dieser Logik könnte die Basisvariante (Taycan S) dann bei ca. 90.000 € liegen – aus psychologischen Gründen möglicherweise bei 89.000 €. Damit würde der Abstand zwischen Porsche und Tesla auf nur noch 3.000 € schrumpfen. Relevant wird dann vor allem, wie viel Ausstattung Porsche in der Basisvariante dazugibt, ob die Ladeleistung über 200 kW bleibt und ob die Basisvariante auf den Markt kommt, bevor Tesla dem Model S wieder neue Features spendiert.

emobly meint: Ja, der Taycan ist immer noch teurer als Teslas Model S – aber der Abstand ist längst nicht mehr so astronomisch wie zum Taycan Turbo S. Das wichtigste Feature des Taycans dürfte das Laden mit 225 bzw. 270 kW sein, damit heben sich die Schwaben deutlich von der Konkurrenz ab und könnten so manchen Vielfahrer überzeugen.

Interessant wird die richtige Basisvariante (Taycan S) – wenn die preislich so nah an Tesla liegt, wie von uns prognostiziert, gibt es ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Gut so!