Studie: E-Autos stoßen bis zu 80% weniger CO2 als Benziner aus

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Das Thema Ökobilanzen hat uns in den letzten Monaten und Jahren immer wieder beschäftigt – den Begriff „Schweden-Studie“ assoziiert jeder Branchenkenner nicht etwa mit Infos über die Bevölkerung eines skandinavischen Landes, sondern mit bis zu 17 Tonnen CO2, die ein Elektroauto angeblich ausstößt. Schnee von gestern, die Studie wurde ja schließlich korrigiert und mittlerweile kommen neue Studien wie Pilze aus dem Boden, viele zeichnen ein sehr positives Bild zur Ökobilanz von Elektroautos. Einer dieser Studien widmen wir uns heute, sie wurde von „Transport & Environment“ erstellt – einem europaweiten Zusammenschluss nichtstaatlicher Organisationen zum Thema nachhaltige Mobilität, deutsche Mitglieder sind unter anderem der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Die ganze Studie gibt es hier zu lesen.

Strommix in Produktionsland und Absatzmarkt entscheiden

Eine wenig überraschende Erkenntnis: Die Akku-Produktion ist sehr CO2-intensiv, bei ihr fällt annähernd genauso viel CO2 an, wie bei der Produktion des restlichen Fahrzeugs. Deswegen spielt das Land, in dem der Akku produziert wird, eine wichtige Rolle: In China, wo der Strommix einen hohen Kohle-Anteil hat, fällt die CO2-Bilanz des Akkus deutlich schlechter aus als in Schweden, wo viel Ökostrom im Netz ist.

Noch wichtiger sind allerdings die Emissionen im Fahrbetrieb, sie verursachen je nach Land ein Vielfaches der Emissionen aus der Produktion. Wo auf der Welt ein Elektroauto gefahren (und folglich auch wieder aufgeladen) wird, spielt also eine noch größere Rolle als das Produktionsland.

Auch hier ist Schweden weit vorne – das schlechteste Land für Elektroautos in Europa ist Polen, aber selbst hier stehen Elektroautos noch besser da als Verbrenner.

In Deutschland stößt ein Elektroauto 56% weniger CO2 aus als ein Verbrenner, damit liegen wir etwas unter dem EU-Schnitt von 63%.

Je größer das Auto, desto mehr CO2 wird gespart

Große Autos verbrauchen mehr Energie, logischerweise wird hier mit der Elektrifizierung mehr CO2 vermieden als in kleinen Autos. Der Mythos vom Elektroautos als Stadtauto wird so (mal wieder) entkräftet – aus Emissionssicht ist es sehr sinnvoll, auch große Autos elektrisch zu bauen, obwohl ein großer Akku natürlich erstmal für mehr Emissionen sorgt.

Faktor Zeit hilft

Auch länger bekannt und hier nochmal untermauert: Der Strom in Europa wird immer grüner, also werden Elektroautos jedes Jahr ein bisschen umweltfreundlicher – Verbrenner bleiben immer gleich schlecht. Schon heute, bei 40% fossil erzeugtem Strom stehen Elektroautos besser da als Benziner oder Diesel, bis 2040 soll der fossile Anteil auf 10% sinken, dementsprechend verbessert sich auch die Ökobilanz der Stromer.

emobly meint: Die Erkenntnisse dieser Studie waren größtenteils bekannt oder konnten logisch erschlossen werden. Dennoch sind neue Arbeiten immer gut – je mehr Studienergebnisse in die gleiche Richtung gehen, desto eher stimmen sie auch. Diese Studie stärkt einen Trend, in letzter Zeit errechnen fast alle Publikationen für das Elektroauto, Kritikern wird so mehr und mehr der Wind aus den Segeln genommen. Gut so, mehr davon, bitte!

Tipp: Onlinetool

Wer selbst ein bisschen mit den Zahlen spielen will, wirft einen Blick auf das Onlinetool der Autoren und kann dort selbst für einen eigenen Fall die CO2-Bilanz eines Elektroautos berechnen. Später soll das Tool auch noch auf Wasserstoff erweitert werden.