Tesla beschleunigt Supercharger-Ausbau deutlich

0
Tesla Supercharger in Oberhonnefeld an der A3
Tesla Supercharger in Oberhonnefeld / Bild: Tesla

Vor knapp fünf Monaten nahm TESLA den ersten “v3”-Supercharger Europas in der Nähe von Den Haag in Betrieb. Diese neue Generation brachte zwei große Neuerungen mit sich: Zum einen verbaut das Unternehmen fortan ausschließlich Ladekabel mit CCS-Stecker, zum anderen wurde die Ladeleistung auf bis zu 250 kW erhöht. Zudem müssen sich zwei Ladestations-Paare nicht mehr die zur Verfügung stehende Leistung teilen.

Durch den Wechsel auf den CCS-Stecker sind Besitzer älterer Model S oder Model X gezwungen, das “CCS Retrofit” durchführen zu lassen. Für knapp 300 Euro werden diese Fahrzeuge dann mit einem Adapter ausgestattet sowie die interne Verkabelung aktualisiert. Fortan kann sowohl an v3-Superchargern als auch an anderen High Power Chargern (HPC) mit CCS geladen werden.

Seit Juli sind in Deutschland mittlerweile 178 v3-Ladepunkte an 19 Standorten in Betrieb genommen worden, zwei weitere Standorte mit je 12 Ladepunkten werden in Kürze eröffnet. Zwischenzeitlich sank die durchschnittliche Bauzeit auf einige Wochen, offenbar hat das Unternehmen die notwendigen Prozesse soweit optimiert und professionalisiert, dass binnen eines guten Monats ein neuer Standort eröffnet werden kann.

City-Supercharger nun auch in Deutschland

Aus den USA und China kennt man bereits innerstädtische Supercharger (bzw. Urban Charger), in Deutschland konzentrierte man sich auf den Aufbau von Ladestationen entlang von Autobahnen. Mit der Eröffnung des Superchargers am Berliner EUREF-Campus kam der erste innerstädtische Standort in Deutschland hinzu. Der zweite City-Supercharger wurde nun in München im Einkaufszentrum “Pasing Arcaden” fertiggestellt und steht vor der unmittelbaren Inbetriebnahme. Der Trend, High Power Charger (HPC) in Städten anzubieten, macht auch vor Tesla nicht halt. Der Energiekonzern EnBW hat in Stuttgart und Karlsruhe bereits solche HPC-Plazas eröffnet, im elektromobilen Vorzeigeland Norwegen sind diese längst üblich.

Groß ist das neue Klein

Noch 2019 galten in Deutschland Supercharger mit 8 Ladepunkten als “groß”, Standorte mit 12 Steckern als “sehr groß” und der Standort Oberhonnefeld an der A3 mit 20 Ladepunkten gar als “riesig”. Nun wird die Skala an frühe skandinavische Verhältnisse angepasst. Die neue Standard-Größe bei Tesla weist 12 Ladepunkte aus, am Standort Oberhonnefeld können gar 40 Tesla-Fahrzeuge gleichzeitig laden (davon 20 “v3”). Auch der neue Mega-Ladepark in Hilden verdeutlich die neuen Dimensionen.

Supercharger ist weiterhin ein geschlossenes Netz

Was sich nicht geändert hat: Die Supercharger bleiben weiterhin Fahrzeugen der Marke Tesla vorbehalten. Trotz der immer wieder aufflammenden Gerüchte über eine nahende Öffnung des Netzes, die auch durch vielfältig interpretierbare Tweets von Elon Musk angefeuert werden, bleibt das Netz ein geschlossener Club.

Der deutliche Ausbau des Supercharger-Netzes, der auch in anderen europäischen Ländern erfolgt, zeigt gut, dass die Elektromobilität den Sprung aus der Nische geschafft hat. In immer mehr Ländern ist ein zweistelliger Prozentwert der Neuzulassungen inzwischen rein elektrisch. Diese Fahrzeuge benötigen entsprechend Ladestationen. Unternehmen wie Aral, EnBW, Fastned und Tesla scheinen gewillt zu sein, elektrisch fahrende Kunden mit Strom zu versorgen.