Tesla Model 3: Mission Europa gestartet

Source: Elon Musk (via Twitter)

Elon Musk zu Besuch in Belgien, den Niederlanden und Norwegen. Mit der in diesen Tagen beginnenden Auslieferung des Model 3 will der Tesla-Firmenchef der Elektromobilität in Europa endgültig zum Durchbruch verhelfen.

Stolz verkündete Elon Musk via Twitter die Ankunft der ersten Model 3-Fahrzeuge im belgischen Seebrügge. Die Tatsache, dass Musk die Überführung persönlich vor Ort begleitet, lässt erahnen, wie wichtig dieser Europa-Start für den Tesla-Boss ist. Mit dem Model 3 will Musk das Elektroauto auf dem alten Kontinent zum Massenprodukt machen.

Und die Chancen stehen gut. Laut einer Studie des Branchexperten Ferdinand Dudenhöfer von der Universität Duisburg-Essen wird sich das Model 3 in Deutschland binnen kürzester Zeit zum erfolgreichsten E-Auto des Landes mausern: “Klappt es mit der Produktion und einem frühen Verkaufsstart von Model 3 in Deutschland, sind für Tesla insgesamt bis zu 20.000 Verkäufe hierzulande in 2019 möglich”.

Beschwerden über Lieferzeiten

Damit auf den letzten Metern nichts schiefgeht, hat Elon Musk die Entladung der wertvollen Fracht im Hafen begutachtet, im Anschluss folgte ein Besuch der Tesla-Firmenzentralen in Amsterdam und Oslo. Als Elektroauto-Hochburg ist Norwegen aktuell der drittgrößte Abnehmer für den kalifornischen Autobauer. In letzter Zeit häuften sich allerdings Beschwerden über lange Lieferzeiten und den Kundenservice, weshalb Tesla die Zahl seiner Mitarbeiter in den 13 norwegischen Servicezentren auf 360 verdoppelte.

Autopilot deaktiviert

Grund für neuen Frust dürfte wohl auch die Nachricht sorgen, wonach der mit 5.000 Euro Aufpreis bestellte Autopilot des Model 3 zumindest vorerst deaktiviert bleibt. Der Grund: Das Assistenzsystem habe noch keine Zulassung. Wie die LA Times den Sprecher der zuständigen Zulassungsbehörde zitiert, sei es bislang unklar, wann der Autopilot die für Europa benötigte Genehmigung erhält. Ein Tesla-Sprecher kündigte an, die Zulassung werde für die kommende Woche erwartet.

Bereits im November 2018 hatte Tesla seine Model 3-Premiere gefeiert, wo das Fahrzeug zum ersten Mal in den Verkaufsräumen von München und Düsseldorf präsentiert wurde (emobly war dabei). Gut einen Monat später wurde der Online-Konfigurator für alle Vorbesteller freigeschaltet. Inzwischen ist die Bestellseite für jedermann freigegeben.

Ausblick für 2019

Im Januar hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bekannt gegeben, dass das Model 3 in Deutschland mit dem 4.000 Euro Umweltbonus gefördert wird (emobly berichtete). Somit würde die billigste Variante hierzulande immer noch mit rund 54.000 Euro zu Buche schlagen. Wer sich das nicht leisten kann oder möchte, kann darauf hoffen, dass auch für den europäischen Markt später im Jahr die Mid-Range-Variante mit einer zu erwartenden Preisspanne irgendwo zwischen 35.000 und 40.000 Euro angeboten wird.

Fürs Erste wird sich Tesla aber daran messen müssen, wie die Auslieferung an jene Frühbesteller klappt, die teilweise bis zu zwei Jahre auf ihren Wagen gewartet haben. Die laufende Produktion in Fremont Kalifornien ist ausschließlich für Europa und für China bestimmt. Allein über Seebrügge sollen Woche für Woche rund 3.000 Fahrzeuge den europäischen Kontinent erreichen. Die nächsten Tage und Wochen dürften spannend werden für Tesla-Fans, Kritiker sowie Konkurrenten.