Überarbeitete Verordnung: Laden soll einfacher werden

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HPC bei der BayWa in München
Bild: BayWa AG

Das Bundeskabinett hat eine Aktualisierung der Ladesäulenverordnung (LSV) beschlossen. Kern der neuen Vorgaben ist die Pflicht, bei öffentlichen Ladestationen mindestens eine kontaktlose Zahlung per gängiger Debit- oder Kreditkarte zu ermöglichen.

Diese Regelung gilt jedoch ausschließlich für nach dem 1. Juli 2023 neu errichtete, öffentliche Ladestationen. Eine Nachrüstung für bestehende Stationen beziehungsweise für Stationen, die in den nächsten mehr als zwei Jahren errichtet werden, besteht nicht. Nicht-öffentliche Ladestationen wie z.B. auch die Tesla Supercharger sind davon ohnehin nicht betroffen.

In der Praxis werden – trotz anderslautender Behauptung des Bundeswirtschaftsministeriums – so gut wie ausschließlich kontaktlose NFC-Terminals ohne Möglichkeit der PIN-Eingabe verbaut. Diese können dann mittels Apple Pay und Google Pay sowie kontaktlosen Kredit- und Debitkarten benutzt werden, sofern diese Karten die kontaktlose Zahlung ohne PIN ermöglichen. Das ist in der Regel bis zu einem Betrag von 50 Euro pro Vorgang der Fall. Bei Apple und Google Pay gibt es dieses Limit nicht, da hier die Authentifizierung per Fingerabdruck oder Gesichts-Scan erfolgt.

emobly meint: Auf der einen Seite eine sehr erfreuliche Entwicklung. Das kontaktlose Zahlen mit ohnehin bei Kundinnen und Kunden vorhandenen Smartphones und/oder Karten ist überfällig und bequem. Die lange Übergangszeit und die fehlende Pflicht zur Nachrüstung ist jedoch leider ein typisch deutscher Kompromiss. Gerade 2021 und 2022 erleben wir einen Boom an öffentlichen Schnelllade-Stationen. Diese entkommen der Pflicht zum Verbau von NFC-Terminals. Eines scheint jedoch klar: Die Abkehr von langsamen AC-Stationen nimmt fahrt auf. Diese ohnehin kaum wirtschaftlich zu betreibenden, im öffentlichen Straßenbild nicht skalierenden Stationen werden schlicht zu teuer, wenn nun auch noch NFC-Terminals verbaut werden müssen. Der Siegeszug der “High Power Charger”, gerade auch in Städen, schreitet voran.