Umweltbonus: Zahl der Anträge explodiert

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Pünktlich zum Autogipfel im Kanzleramt liefert das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) neue Zahlen zur Nutzung der Elektroauto-Kaufprämie. Erstmals wurden innerhalb eines Monats über 10.000 Förderanträge gestellt, im September waren es nur 6.000. Die Zahl der Anträge explodiert förmlich.

Der Markt will Batterie-Elektroautos

Im Oktober wurden Anträge für 7678 reinelektrische Fahrzeuge gestellt, 2367 für Plug-In Hybride und zwei (!) für Brennstoffzellenfahrzeuge. Die im Vergleich zu den reinen Elektroautos deutlich geringere Anzahl an Plug-In Hybriden könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Hersteller deren geringe CO2-Emissionen besser anrechnen können, wenn sie erst 2020 zugelassen werden – hier könnte es also nächstes Jahr ordentlich Bewegung geben. Dass diesen Monat trotz üppiger Förderungen (deutlich mehr als für Batterie-Elektroautos, Toyota Mirai bis zu 21.000 €) nur zwei Anträge für Brennstoffzellenfahrzeuge gestellt wurden, ist ein sehr guter Indikator dafür, dass die Technik nicht als Antrieb für PKW geeignet ist. Modelle gibt es – die Kunden greifen aber lieber zum Akku-Auto.

Förderanträge für Elektroautos explodieren. Quelle: BAFA via Twitter

Schlusslicht Bremen

Bei der Verteilung nach Bundesländern bleibt es weitestgehend beim Alten: Nordrhein-Westfalen mit riesigem Abstand vorne (29.000 Anträge, davon über 4.000 im Oktober) mit einigem Abstand Bayern (19.700) und Baden-Württemberg (16.500), als Schlusslichter Mecklenburg-Vorpommern und Bremen (700 bzw. 500 Anträge). Die Zahlen von Nordrhein-Westfalen sind durch Streetscooter verzerrt – ein Großteil der Postflitzer ist zwar bundesweit unterwegs, aber in Bonn zugelassen.

Bestseller weitgehend beständig

Die Top 10 der Autobauer hat sich merklich verändert, allerdings fast nur durch internes Rotieren. Die Hersteller mit den meisten Anträgen sind weitestgehend die gleichen – nur einer kam neu hinzu, nämlich Mercedes-Benz auf Platz 10 – die Schwaben haben Audi von dort verdrängt. Dieser Erfolg ist quasi ausschließlich auf die Plug-In Hybride von Mercedes zurückzuführen, auf die drei Elektromodelle entfielen quasi keine Anträge (B-Klasse electric: 457 Anträge, EQC: 207 Anträge, eVito: 177 Anträge). Der Anteil der reinen Elektrofahrzeuge an den Anträgen beträgt nur 12%. Wenn die förderfähige Variante des Audi e-tron auf den Markt kommt, werden die Ingolstädter Mercedes-Benz vermutlich wieder aus den Top 10 verdrängen.

Heimlicher Champion Renault

Tabellenführer bleibt BMW mit 24.000 Anträgen – reinelektrisch waren davon aber nur 14.000 Fahrzeuge. In Bezug auf die reinelektrischen Fahrzeuge liegt weiterhin Renault mit großem Abstand vorne, seit Beginn der Förderung gingen 19.500 Anträge für E-Autos der Franzosen ein.