Förder-Flop: Umweltprämie für Elektroautos soll verdoppelt werden

Update (neue Zahlen) – Mit gerade mal 115.977 Anträgen wurde kurz vor Ende des dreijährigen Förderprogramms nicht einmal ein Drittel der 1,2 Milliarden Euro für Elektro/Hybrid-Autos abgerufen. Jetzt soll das Programm verlängert und die Prämie deutlich aufgestockt werden. 

Die Kaufprämie für Elektroautos, die im Juni ausläuft, soll nicht nur verlängert, sondern sogar deutlich erhöht werden. Laut Informationen aus Regierungskreisen plant das Verkehrsministerium, günstigere E-Autos bei einem Einkaufspreis von bis zu 30.000 Euro mit 4.000 Euro, statt wie bisher mit 2.000 Euro zu fördern. Sollte die Industrie ihren Förderanteil in Höhe von 2.000 Euro pro Elektro-Pkw unverändert fortführen, wäre somit eine Kaufprämie von 6.000 Euro für kleinere E-Autos möglich.

“Das Ministerium will sowohl höhere Beträge als auch eine längere Förderdauer als vom Wirtschaftsministerium vorgeschlagen”, so ein Regierungsvertreter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Pläne könnten Ende Mai in einer geplanten Sitzung des Klimakabinetts der Regierung diskutiert werden. Mit Widerständen von der SPD und aus dem Umweltministerium ist nicht zu rechnen.

Die bisherige staatliche Kaufprämie (2.000 Euro für E-Autos, 1.500 Euro für Hybrid-Fahrzeuge) war 2016 eingeführt worden. Die Fördersumme des Bundes beträgt 600 Mio Euro. Davon wurden auf Nachfrage von emobly bei der BAFA bis zum heutigen 13. Mai 131.924.500 Euro ausgezahlt, weitere 33.781.500 Euro wurden für noch nicht bearbeitete Anträge reserviert. Insgesamt wurden 115.977 Anträge gestellt.

Damit wurde der gemeinsame Fördertopf von Bund und Industrie in Höhe von 1,2 Milliarden Euro kurz vor Auslaufen des dreijährigen Förderprogramms noch nicht einmal zu einem Drittel ausgeschöpft. Verkehrsminister Scheuer hält an seinen Plänen fest, bis 2030 zehn Millionen Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen.