Wie sicher sind Elektroautos wenn’s kracht?

Frontalkollision. E-Auto-Fahrer beschleunigt zu stark und kollidiert mit einem entgegenkommenden Fahrzeug - Quelle: AXA Konzern AG, Köln

Elektroautos werden immer beliebter, vorrangig bei jungen Menschen. Vor allem die rasante Beschleunigung und die hohen PS-Zahlen sind nicht zu unterschätzen. Der Versicherungskonzern AXA hat E-Autos in Crashtests untersucht und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.

Die Auswertungen der bisherigen Schadenszahlen legen nahe, dass sich E-Autos und Verbrenner bei Unfällen in etwa die Waage halten. Laut dem Versicherer gibt es allerdings Unterschiede zwischen den Fahrzeugklassen.

Bei elektrischen Kleinwägen werden rund 10 Prozent weniger Schäden verursacht als bei Verbrennern. Bei PS-starken Modellen, wie Luxuswägen oder SUVs ist die Schadensfrequenz der E-Autos um 40 Prozent höher.

Die Unfallforscher sehen den Grund dafür im noch ungewohnten Beschleunigungsverhalten von BEVs. Bei E-Autos steht die maximale Beschleunigung unmittelbar zur Verfügung. Bei Verbrennern dauert es einige Sekunden bis die maximale Beschleunigung erreicht wird.

Wie gefährlich sind Unfälle im E-Auto?

Auch bei den Crashtests schnitten E-Autos nicht schlechter ab als die Verbrenner. Beide Fahrzeugtypen durchlaufen dieselben Sicherheitschecks, die Sicherheitseinrichtungen der Fahrgastzellen sind identisch. Die Risikofaktoren nach einem Unfall mit dem E-Auto haben wir hier bereits erläutert.

AXA hat parallel zu den Tests 340 E-Autofahrer zu ihrem subjektiven Sicherheitsempfinden befragt. Dabei gaben 74 Prozent der BEV-Fahrer an, dass sie sich an das veränderte Bremsverhalten gewöhnen mussten. 52 Prozent sahen das Beschleunigungsverhalten von Elektroautos als gewöhnungsbedürftig.

Die “dritte Gefahr”

Neben der starken Beschleunigung elektrisch betriebener Fahrzeuge und dem lautlosen Anfahren sehen die Versicherer noch eine dritte Gefahrenquelle bei E-Autos: Fahrerassistenzsysteme.

Zwar sind die sog. “Autopiloten” kein Alleinstellungsmerkmal von Elektroautos, allerdings gehören diese hier oft bereits zur Grundausstattung. Am beliebtesten sind der Tempomat, der Notbremsassistent und die Fahrdynamikregulierung ESP (Electronic Stability Control), allesamt passive-Assisstenzsysteme, die nicht aktiv in das Fahrgeschehen eingreifen.

Weniger beliebt sind aktive Systeme, wie Notbremsassistent, aktiver Spurhalteassistent, oder Autopilot. Bei einem verbauten Autopiloten wurde dieser von allen Nutzern auf der Autobahn verwendet und 40 Prozent nutzten ihn auch auf Landstraßen. AXA sieht die größte Gefahr in zu großem Vertrauen des Fahrers in das Fahrassistenzsystem und daraus resultierenden Unfällen.

Fazit

Bettina Zahnd, Leiterin der Unfallforschung & Prävention beim AXA-Konzern, hat die Studie wie folgt zusammengefasst: „E-Autos sind im Prinzip genauso sicher wie andere Fahrzeuge. Fahrerinnen und Fahrer sowie andere Verkehrsteilnehmer müssen sich jedoch auf ihre Besonderheiten einstellen und den richtigen Umgang damit finden“.

emobly meint: Die Studie belegt, was wir schon immer ahnten – Hirn einschalten hat noch nie geschadet beim Autofahren – unabhängig von der Antriebsart. Die für uns spannendste Zahl der Studie findet sich im Umfrageteil: 98 Prozent aller E-Autofahrer würden sich beim nächsten Autokauf wieder für ein Elektroauto entscheiden. Oder anders ausgedrückt: Einmal elektrisch, immer elektrisch.