Zwischenbilanz: Warum der Umweltbonus gefloppt ist

Diesen Juni läuft der sogenannte Umweltbonus aus. Von den 1,2 Milliarden Euro, mit denen Staat und Industrie die Elektromobilität fördern wollten, ist bislang nicht einmal ein Drittel abgerufen worden. Wer noch in den Genuss der 3.000 Euro (Hybrid) bzw. 4.000 Euro (E-Auto) kommen möchte, sollte sich beeilen.

Stell Dir vor es gibt Geld und keiner greift zu. Der Umweltbonus, mit der ein Umstieg vom Verbrenner zur E-Auto gefördert werden sollte, ist gefloppt. Und das hat viele Gründe:

Zunächst einmal dauerte es eine Weile, bis sich der Umweltbonus herumgesprochen hatte. Hersteller und Händler überschlugen sich nicht gerade, Kunden auf die Förderung bei Elektroautos hinzuweisen. Oft lagen die hauseigenen Rabatte für Diesel und Benziner weit über den 4.000 Euro, die es für die ohnehin überteuerten E-Modelle gab. 

Zudem war das Antragsverfahren schlicht und ergreifend zu kompliziert. Antragstellung. Bewilligung. Zulassung. Kaufnachweis. Auszahlung. Da konnten oft Monate ins Land gehen bis das Geld auf dem Konto war. Inzwischen haben Behörde und Hersteller den Vorgang vereinfacht. In vielen Fällen erledigen die Händler den lästigen Papierkram parallel zur Bestellung elektronisch. 

Der vermutlich entscheidende Grund für die Zurückhaltung beim Kunden: Die Prämie war von Anfang an so ausgestaltet, dass sie echte Elektromobilität nur begrenzt begünstigte. Ausgerechnet Tesla wurde von der Förderung ausgeschlossen, weil die Kriterien mit der heimischen Autoindustrie so ausgestaltet wurden, dass weder Model S noch das Model X bezuschusst werden sollten.

Des Weiteren wurde vereinbart, dass auch Plugin-Hybride in den Genuss einer staatlichen Förderung kommen sollten. Damit kam die Bundesregierung einem weiteren Wunsch der deutschen Autobauer nach, da diese zwar viele Hybride, kaum aber konkurrenzfähige Elektroautos im Sortiment hatten.

Alles in allem ist es also kein Wunder, wenn der Staat zum Ablauf des dreijährigen Förderprogramms auf zig Millionen Euro sitzen bleibt. Ob es zu einer Verlängerung der Förderungsdauer kommen wird, ist unklar. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass man den Zuschuss noch erhält, sollte in jedem Fall den Kauf- bzw. Leasingvertrag vor dem 30. Juni einreichen. 

Keine Panik: Die BAFA-Behörde zeigt sich kulant und gewährt danach noch 9 bzw. 12 Monate Aufschub bis zur endgültigen Zulassung, denn die Lieferzeiten für E-Autos können je nach Modell gerne mal bis zu einem Jahr betragen.

Hier haben wir für Euch aufgeschrieben, wie man den Umweltbonus beantragt. Die Seite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) findet Ihr hier.