E-Autos – Spiel mit dem Feuer?

Ein brennender Tesla S - Screenshot Feuerwehr Landeck / Facebook

Elektroautos seien brandgefährlich, heißt es. Stimmt nicht, sagen die Experten. emobly erklärt, was passiert, wenn ein E-Auto Feuer fängt.

Wie entsteht ein Brand bei einem Elektroauto?

Die Hauptgefahr ist die Batterie, welche aus aus Lithium-Ionen-Zellen besteht. Die Zellen beinhalten eine Anode (Pluspol) und eine Kathode (Minuspol). Diese befinden sich in einem Elektrolyt, welcher ein organisches Lösungsmittel mit Leitsalz beinhaltet. Er sorgt dafür, dass die Lithium-Ionen in beide Richtungen wandern können. Zwischen Kathode und Anode befindet sich noch der Separator, dieser erlaubt es nur den Lithium-Ionen langsam und dosiert zu wandern.

Wenn der Separater beschädigt ist – etwa durch Hitze, oder einen Aufprall – kommt es zu einem Kurzschluss. Zu viele Lithium-Ionen wandern unkontrolliert durch die Zelle, dadurch wird viel Energie freigesetzt. Die Batterie fängt Feuer.

Welche Vorkehrungen wurden getroffen?

Alle Autos unterliegen gesetzlichen Anforderungen, die erfüllt sein müssen, bevor sie eine Zulassung für deutsche Straßen erhalten. Speziell für Elektroautos gilt, dass diese “eigensicher” sein müssen. Das bedeutet, dass der Stromfluss der Batterie unterbunden wird, sobald im System ein Defekt auftritt. Sprich: Bei einem Unfall wird die Batterie sofort automatisch von den anderen Hochvoltkomponenten und den Hochvoltkabeln getrennt, es liegt dort keine Spannung mehr an. Die Gefahr eines Brandes wird minimiert.

Wenn es tatsächlich mal brennt

Beispielsweise verbaut Tesla in seinen Batterien Brandschutzwände, diese sollen verhindern, dass das Feuer nicht auf die komplette Batterieeinheit überspringt. Ein Domino-Effekt wird verhindert.

Sollte der Brand dennoch größer sein, ist Vorsicht geboten. Selbst ein paar Tage nach dem Unfall können sich E-Autos erneut entzünden. Deshalb werden die Unfallwagen auf einem sicheren Gelände gelagert, wo sie einige Tage lang beobachtet werden.

Teilweise experimentiert die Feuerwehr mit Wasserbädern. Hier wird das E-Auto in einen mit Wasser gefüllten Container gehoben. Damit werden die Batterien gekühlt und die Sauerstoffzufuhr ist unterbunden.

Wie häufig brennt ein Elektroauto nun?

Da Elektroautos im Jahr 2019 noch immer als relativ neu gelten, gibt es kaum aussagekräftigen Statistiken über die tatsächliche Brandgefahr im Straßenverkehr. Die Prüforganisation Dekra hat mehrere E-Autos getestet und ausgewertet. Fazit: Autos mit Batterie sind genauso sicher wie Modelle mit einem Verbrennungsmotor. Moderne Elektroautos erhalten genauso häufig wie ihre Konkurrenten eine Wertung von fünf Sternen – die Bestnote.

Der ADAC geht sogar noch weiter. Bislang ist bei dem Euro-NCAP-Crashtest kein Elektroauto negativ aufgefallen. Im Vergleich zu Verbrennermotoren sei ihre Sicherheit sogar häufig besser, so der Allgemeine Deutsche Automobil-Club.

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