emobly-Jahresrückblick 2019

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Quelle: Shutterstock

Ein spannendes Jahr für die Elektromobilität neigt sich dem Ende zu, wir lassen die wichtigsten Ereignisse in der Welt der Elektroautos nochmal Revue passieren.

Januar

Das Jahr startet mit einem langerwarteten Elektroauto, der Nissan Leaf e+ kommt auf den Markt. Einst war der Leaf das meistverkaufte Elektroauto der Welt – an diese Erfolgsserie konnte der Leaf e+ leider nicht anknüpfen. Den Testbericht könnt Ihr hier nachlesen.

Bild: Nissan

Februar

Nachdem sie in den USA schon länger laufen, beginnen endlich auch in Deutschland die Auslieferungen des Tesla Model 3. Die Konkurrenz liegt noch zurück, der in der gleichen Klasse angesiedelte Polestar 2 wird zu diesem Zeitpunkt erst vorgestellt.

März

Der Frühling beginnt unruhig, es rumort in der deutschen Automobilindustrie. Auslöser ist die Forderung des VW-Chefs nach einem „Ende der Technologieoffenheit“ und deutlich höheren Subventionen für E-Fahrzeuge. Es bricht ein Streit aus, Herbert Diess spaltet mit seinen Äußerungen den Lobbyverband VDA, denn nicht alle Hersteller setzen so klar auf reine Elektroautos.

Wie überflüssig diese Debatte ist, zeigt der Blick nach Norwegen: Dort wird nicht nur über Elektromobilität geredet, sondern gehandelt – mit dem Ergebnis, dass im März erstmals mehr reine Elektroautos als Verbrenner zugelassen werden.

Stavanger, Norwegens Hauptstadt für Elektroautos – Foto: emobly

April

Der Ökonom Hans-Werner Sinn veröffentlicht eine fragwürdige Studie, in der er die Klimabilanz von Elektroautos gezielt schlechtrechnet. Trotz der zahlreichen Fehler prägt die Studie die öffentliche Debatte, deswegen wollen wir nochmal auf zwei Artikel von Stefan Hajek (Wirtschaftswoche) und Peter Schwierz (Electrive) verweisen, dort werden die gröbsten Falschaussagen widerlegt.

Die „Schweden-Studie“, auf deren Basis Sinn seine Berechnungen anstellte, wird am Ende des Jahres deutlich korrigiert werden.

Ebenfalls im April forderte Verkehrsminister Scheuer eine Milliarde für den Aufbau von Ladeinfrastruktur – viel passiert ist seitdem aber nicht mehr.

Mai

VW stellt den ID.3 vor und öffnet die Reservierungen, passend dazu beginnt die Diskussion um eine höhere Kaufprämie für Elektroautos. Zum Jahresende wird die Erhöhung zwar beschlossen sein, die Umsetzung zieht sich aber bis 2020.

Außerdem liefert e.Go die ersten Fahrzeuge aus, allerdings noch mit abgespeckter Software ohne Rekuperation.

Juni

Mit dem zunehmenden Erfolg der Batterie-Elektroautos gibt es immer weniger Wasserstoff-Befürworter, im Juni kündigt sogar Toyota an, stärker auf reine Elektroautos zu setzen und dafür die Brennstoffzelle hintenanzustellen.

Juli

Die Bundesregierung beschließt die Verlängerung der Kaufprämie für Elektroautos, die wäre sonst ausgelaufen, ohne dass die volle Fördersumme verbraucht wurde. Im Zuge der Verlängerung werden auch Soundgeneratoren gefördert – für alle neu auf den Markt kommenden Modelle sind die ab diesem Monat ohnehin Pflicht. Bisherige Modelle genießen Bestandsschutz und dürfen weiterhin ohne Soundgeneratoren ausgeliefert werden.

August

Deutschland überholt Norwegen bei den Elektroauto-Neuzulassungen, aber nur in absoluten Zahlen, weil der norwegische Markt deutlich kleiner ist als der deutsche. Relativ sind die Skandinavier weiterhin vorne, 50% aller Neuzulassungen sind elektrisch, in Deutschland liegt ihr Anteil bei weniger als 2%.

Auch im August können wir erstmals den Opel Corsa-e begutachten – allerdings nur statisch, der Fahrtest muss bis 2020 warten.

September

Der September wird dominiert von der IAA – sowohl von den dort vorgestellten Neuheiten, aber auch vom wenig später verkündeten Aus der Messe in ihrer bisherigen Form. Die wichtigsten Neuheiten haben wir hier zusammengefasst.

Kurz vor der IAA hat Porsche den lange erwarteten Taycan vorgestellt.

Vorstellung des VW ID.3 auf der IAA. Bild: emobly

Oktober

Ein Forschungsprojekt des Stromnetzbetreibers Netze-BW läuft aus und kommt zu dem Ergebnis, dass die wachsende Anzahl von Elektroautos kein Problem für die Stromnetze darstellt. Das oft verbreitete Schreckensszenario „alle kommen um 17 Uhr nach Hause und wollen ihr Auto aufladen“ trat nicht ein.

Ebenfalls im Oktober stell Volvo sein erstes reines Elektroauto vor.

November

Der November war ein Monat der guten Nachrichten: Tesla kündigt den Bau einer Gigafactory in Deutschland an (während Elon Musk nebenbei das goldene Lenkrad für das Model 3 entgegennimmt), VW lässt uns erstmals den neuen e-Up Probe fahren und Audi stellt einen neuen e-tron Ableger vor. Am Ende des Monats erreicht der erste Tesla die magische Grenze von einer Million Kilometer – Weltrekord für Elektroautos.

Dezember

Das Jahr endet mit guten und schlechten Nachrichten: Die sogenannte „Schweden-Studie“ bekam ein Update und plötzlich verbesserte sich die CO2-Bilanz von Elektroautos drastisch. Viele Veröffentlichungen, die auf Basis dieser Studie das Elektroauto schlechtgeredet haben, sind damit hinfällig – nicht zuletzt auch die Studie von Hans-Werner Sinn.

Gleichzeitig bekommen viele Autobauer mehr oder weniger große Probleme: Sono Motors braucht dringend neues Geld, VW hat Schwierigkeiten mit der Software für den ID.3, e.Go konnte nur 500 Fahrzeuge bauen (geplant waren 3.300) und Porsches Taycan fährt im US-amerikanischen EPA-Test nur 323 Kilometer mit einer Akkuladung.

Wir blicken dennoch zuversichtlich aufs neue Jahr: 2019 hat sich im Bereich der Elektromobilität Vieles positiv entwickelt und wir sind uns sicher, dass es 2020 so weitergehen wird.