Schweden statt reden

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Quelle: Shutterstock

In Schweden ist jedes dritte verkaufte Auto ein Elektroauto. Aber auch in anderen Ländern werden prozentual mehr E-Autos neu zugelassen als in Deutschland. Was wir von unseren Nachbarn lernen können.

Deutschland ist ein großes Land, das seine Autos liebt. Kein Wunder, dass wir nach Masse auch in der Elektromobilität weit oben rangieren (aktuell Platz 3). Schaut man aber auf die prozentuale Verteilung der Antriebsarten, dann sieht die Sache schon ganz anders aus.

Vor allem kleinere Länder mit niedrigeren Einwohnerzahlen haben im Automarkt der Zukunft die Nase vorn. Norwegen, klar, aber auch die Niederlande, Österreich und neuerdings auch die Schweden liegen bei der Elektromobilität prozentual noch vor Deutschland.

In Schweden hat sich die Zahl der neuzugelassenen E-Autos binnen eines Jahres verdreifacht. Wurden im Januar 2019 noch 2680 Elektroautos angemeldet (12,7% Marktanteil), betrug die Zahl der E-Neuzugänge im Januar 2020 stolze 5,382 (30,3% Marktanteil).

Im gleichen Zeitraum bleiben die Verbrenner immer häufiger im Autohaus zurück. Bei den Neuzulassungen haben die Elektroautos den Diesel bereits abgehängt (21,6% Marktanteil), Benziner liegen mit 36,9% Marktanteil bei den Neuzulassungen nur noch knapp vorne. Für 2021 wird damit gerechnet, werden die E-Autos die Verkaufscharts anführen.

Wie haben das die Schweden so schnell hingekriegt? Das schwedische Modell besteht aus Zuckerbrot und Peitsche. Wer ein CO2-armes Fahrzeug von 0 bis 70 g/km fährt, erhält steuerliche Zuschüsse von bis zu 5700 Euro. Umgekehrt müssen für Fahrzeuge oberhalb von 95 g/km Emissionen zusätzliche Steuern gezahlt werden.

So kostet ein Diesel mit 122 g/km Ausstößen in Schweden 425 Euro Steuern im Jahr. Ein Porsche mit 225 g/km CO2-Emissionen schlägt mit 1250 Euro zu buche. Auch in den Niederlanden wird kräftig an der Steuerschraube gedreht. Vor allem bei Firmenwagen geht die Schere zwischen Fahrzeugen mit hohen CO2-Emissionen und Elektroautos extrem auseinander.