Akkus – Was muss man beim Kauf beachten

Das Herzstück eines E-Autos ist der Akku. Was muss man beim Kauf beachten? Ein kleine Einführung.

 

Welche Akkus gibt es auf den Markt?

Die Hersteller setzen fast alle auf einen Lithium-Ionen Akku. Diese findet man zum Beispiel auch in einem Smartphone, aber natürlich sind die Akkus in einem Auto wesentlich größer. Moderne Akkus bestehen aus den Batteriezellen, die gebündelt in einen Akku gepackt werden. Es gibt aber einen Unterschied zwischen der Fabrikation der Batteriezellen und des fertigen Akkus. Hersteller wie Daimler beziehen die Batteriezellen von einem Zulieferer, bauen den Akku dann aber selber zusammen. Das hat den Vorteil, dass man die Wärme-, Energie und Laderegulierung selber gestalten kann. Diese, durch Software geregelten Systeme, sind wichtig für die Lebensdauer eines Akkus. Die Akkus der Hersteller unterscheiden sich also. Welcher Hersteller den besten Akku baut, kann man wegen fehlender Langzeittests zur Zeit nicht abschließend sagen.  

Wie groß soll der Akku sein? Welche Akkukapazität benötige ich?

Die zur Zeit angebotene Akkuleistung reicht von 17,6 kWh (Smart ED) bis zu 100 kWh (Tesla S und Tesla X). Als Faustregel gilt: Je höher die Akkukapazität ist, desto weiter kommt man. Das ist analog zur Größe des Tankinhaltes bei einem Verbrennungsmotor. Natürlich ist die Reichweite eines Fahrzeugs auch von anderen Dingen abhängig. Das Gewicht des Fahrzeugs spielt dabei ebenso eine Rolle, wie die Aerodynamik. Ein leichtes, kleines Fahrzeug kann mit einem kleineren Akku genauso weit kommen, wie größeres Auto mit einem ebenso großen Akku. Ein Mittelklasse Fahrzeug der Golf-Klasse sollte aber über einen Akku verfügen, der zwischen 40 und 60 kWh groß ist. 

Welche Reichweite benötige ich?

Welche Reichweite ein Auto haben soll, hängt allein von den persönlichen Fahrleistungen ab und ob man den Akku auch zu Hause laden kann. Bewegt man sich mit dem Auto nur in der Stadt, reicht eine Reichweite ab 200 Kilometern. Fährt man viel Autobahn und legt oft große Strecken zurück, sollte die Reichweite schon 500 Kilometer betragen. Fahrzeuge, die deren Akku zwischen 40 und 60 kWh leistet, schaffen zumeist zwischen 250 und 350 Kilometer. 

Wie lange dauert es, bis ein Akku wieder aufgeladen ist?

Die Ladezeiten eines Akkus sind ein großes Thema und hängen von verschiedenen Faktoren ab. Der Wichtigste, ist die Leistung, die die Ladesäule abgibt. Je höher die ist, desto schneller ist der Akku auch wieder voll. Aber nicht jedes Auto kann man an eine Ladesäule anschließen, die 120 kW oder mehr leistet. Denn auch das Ladesystem, das im Auto verbaut ist, regelt den Stromfluss. Ist die Ladesoftware nicht für große Strommenge programmiert, nutzt einem auch die schnellste Ladestation nichts. 

Ein Nissan Leaf mit einer 40 kHw Batterie benötigt an einer heimischen Wallbox rund sechs Stunden, bis die Anzeige wieder 100 Prozent anzeigt. Nutzt man eine öffentliche Schnellladestation, die 50 kW abgibt, reduziert sich die Ladezeit auf unter eine Stunde. Allerdings ist der Akku nach rund 30 Minuten schon zu 80 Prozent vollgeladen. Das der Akku für die restlichen 20 Prozent etwas länger benötigt hängt damit zusammen, dass die Software die restliche Ladung langsamer verteilen muss. 

Wie lange hält ein Akku?

Hersteller sprechen unterschiedlich lange Garantiezeiten aus. Manche haben eine Kilometerbeschränkung, die meist 100.000 Kilometer beträgt. Andere wiederum spreche eine Garantiezeit von zehn Jahren aus. Die Langlebigkeit eines Akkus hängt von einigen Faktoren ab. Wie bei einem Verbrennungsmotor kann man den Akku pfleglich behandeln oder von ihm permanent Höchstleistungen verlangen. Je mehr Ladezyklen man verbraucht, desto schneller reduziert sich die Leistung des Akkus. Eine Studie aus den USA hat gezeigt, dass die meisten Akkus nach einer Leistung von 160.000 Kilometern immer noch 85 Prozent ihrer Akkuleistung besitzen. https://survey.pluginamerica.org/tesla-roadster/PIA-Roadster-Battery-Study.pdf 

Verlieren Akkus im Winter Leistung?

Ja. Alle Akkus verlieren im Winter etwas an Leistung. Die Kälte setzt dem Energiespeicher zu. Vereinfacht gesagt – der Strom fließt bei hoher Kälte etwas schlechter. Genauso, wie ein Verbrenner im Winter mehr Sprit benötigt, verbraucht ein Auto mehr Strom. Im Gegensatz zu einem Verbrennungsmotor, produziert ein Elektroauto keine Abwärme. Daher müssen Elektroautos im Winter zusätzlich Energie aufwenden, um den Akku und den Innenraum zu heizen. Diese Energie fehlt dann in der Reichweite. Man sollte beim Kauf des Fahrzeugs diesen Verlust im Winter mit einberechnen. Wie groß der ist, hängt von den Temperaturen und der Frage ab, ob der Wagen zum Beispiel in einer beheizten Garage geparkt werden kann. Als sichere Faustregel gilt, dass man rund 20 Prozent Verlust an Reichweite im Winter einkalkulieren muss. 

Akku mieten oder kaufen?

Autohersteller bieten verschiedene Modelle an. Man kann das Auto samt des Akkus kaufen, dann gehört einem auch der Akku. Oder man mietet den Akku und zahlt eine monatliche Rate. Der Vorteil der Miete ist, dass der Kaufpreis eines Elektroauto sich erheblich vergünstigt. Kauft man den Akku mit, kann sich der Preis des Fahrzeugs, je nach Leistung des Akkus, um bis zu 10.000 Euro erhöhen. Am Ende hängt die Antwort auf die Frage davon ab, wie lange man plant das Auto zu besitzen. Least man den Wagen nur kurz, ist eine Miete günstiger. Kauft man den Wagen und plant diesen mehr als fünf Jahre zu fahren, ist der Kauf empfehlenswert. 

Brennen Akkus schnell bei einem Unfall?

Laut der bisher verfügbaren Statistiken fangen Fahrzeuge mit einem Akku nicht häufiger nach einem Unfall Feuer, als Autos mit einem Verbrennungsmotor. Moderne Akkus sind sicher im Unterboden und in der Mitte des Fahrzeugs untergebracht. Die Chance, dass Batteriezellen bei einem Unfall verletzt werden, ist also extrem gering. 

Vorheriger ArtikelWie schnell können Elektroautos geladen werden?
Nächster ArtikelWelche Stecker gibt es für Elektroautos?
Technologie, Internet und Mobilität sind Themen die mich und mein Leben antreiben. Als Journalist schreibe ich regelmäßig über diese Themen für die bekanntesten deutschsprachigen Magazine und Zeitungen. Dabei geht es vor allem um die Zukunft der Mobilität in unserer Welt. Elektrifizierung, Autonome Fahrzeuge, Carsharing, und die Wirtschaft um diese Themen werden von mir seit Jahren begleitet und kritisch beschrieben. Als einer der ersten Journalisten in Deutschland, habe ich mit CEOs aus der Mobilitätsbranche über Veränderungen und Herausforderungen gesprochen. Die Fragen, wie wir unsere Zukunft nachhaltig mobil halten, welche Unternehmen für die Veränderungen bereit sind, welche Herausforderungen und Gefahren auf uns warten, habe ich in vielen Artikeln und Analysen beschrieben.