Die größten Stromfresser

Wie weit man mit einer Akku-Ladung kommt, hängt auch entscheidend davon ab, wieviel Strom die Sitzheizung oder die Klimaanlage saugt. Hier sind die größten Stromfresser unterwegs im Elektroauto.

Wer weiß: Vielleicht spielt die Akku-Kapazität und die Reichweite von Elektroautos irgendwann keine Rolle mehr, wenn Akkus entwickelt wurden, die uns 1000 Kilometer oder sogar mehr fahren lassen. Da es bis dahin aber noch ein sehr weiter Weg ist und nicht einmal fest steht, dass das überhaupt funktioniert, müssen sich aktuell (und vermutlich auch noch in den kommenden Jahren) alle Fahrer eines per Akku angetriebenen Fahrzeugs um die Reichweite kümmern. Heißt: Wer mit seinem Elektroauto weit fahren möchte, sollte ein paar Dinge beachten:

Stromfresser Nr. 1: Zu hohes Tempo

Das Praktische ist: Die wichtigste Regel galt schon immer, und sie wird auch weiter gelten. Je schneller man fährt, desto höher ist der Energieverbrauch. Denn die physikalischen Gesetze rund um den Luftwiderstand ändern sich nicht, egal ob das Auto mit Benzin oder mit Strom fährt. Die lauten kurz gesagt: Der Luftwiderstand nimmt mit steigender Geschwindigkeit im Quadrat zu. Er ist bei doppelter Geschwindigkeit also nicht ebenfalls doppelt so groß, sondern beträgt das Vierfache.

Stromspartipp: Nicht so schnell fahren.

Stromfresser Nr. 2: Schnelles beschleunigen und abbremsen

Auch diese Regel ist vom Fahrzeug mit Verbrennermotor bekannt, auch wenn sie dort noch mehr Bedeutung hat. Wer zum Beispiel in der Großstadt mit Vollgas von einer roten Ampel zur nächsten rast und kurz davor voll abbremst, vernichtet sinnlos Energie. In diesem Fall wird die Bewegungsenergie des Fahrzeugs über die Bremsen in Wärme umgesetzt – und die wird einfach an die Luft abgegeben.

Beim Elektroauto gilt das im Prinzip immer noch. Da die meisten elektrischen Fahrzeuge aber einen Teil der Bewegungsenergie nutzen können um damit den Akku zu laden, ist die Energieverschwendung nicht ganz hoch wie beim Benziner. Trotzdem: Kein Elektroauto kann die komplette Bremsenergie recyceln. Wer also ständig schnell anfährt und unnötig oft bremst, reduziert seine Reichweite.

Stromspartipp: Vorausschauend fahren, so wenig beschleunigen und bremsen wie möglich.

Stromfresser Nr. 3: Heizung

Was den Energieverbrauch angeht, bildet die Heizung den größten Unterschied zwischen einem Verbrenner- und einem Elektroauto. Wenn bei einem Benziner und Diesel eins in rauen Mengen übrig ist, dann Wärme. Mit einem Wirkungsgrad von maximal 45 Prozent, wird mehr als die Hälfte der im Kraftstoff enthaltenen Energie als Abwärme an die Umgebungsluft abgegeben. Heizen war und ist bei einem Verbrenner-Auto also kein Problem. Eher im Gegenteil: Im Hochsommer hilft bei alten Autos zum Beispiel bei Serpentin-Straßen das Einschalten der Heizung gegen die Überhitzung des Motors.

Bei Elektroautos ist das alles ganz anders. Der Wirkungsgrad des Elektromotors ist so hoch, dass keine nutzbare Abwärme anfällt, die zum Heizen genutzt werden könnte. Deswegen wird zurzeit eine Wärmepumpe als Heizung eingesetzt, die wie ein Kühlschrank funktioniert – nur umgekehrt. Das Prinzip wird aktuell auch in vielen Neubau-Häusern eingesetzt. Das heißt: Die Wärme wird nicht durch Verbrennung eines Kraftstoffes erzeugt, sondern aus der Umgebungsluft gepumpt und sozusagen komprimiert. So kann aus 10 Grad Celsius Umgebungsluft 35 Grad Heizungsluft gemacht werden.

Genau so funktioniert das auch bei Elektroautos, bei denen es gar keinen Kraftstoff gibt, der verbrannt werden könnte. Aber auch hier wird für die Heizung Energie benötigt: Strom für die Pumpe. Und je nach Außen- und gewünschter Innentemperatur kann die Heizung die Reichweite um bis zu ein Drittel reduzieren, hat zum Beispiel der ADAC ermittelt.

Stromspartipp: Es klingt irgendwie absurd. Aber wer im Winter auf jeden Kilometer angewiesen ist, sollte sich im Auto eine dicke Jacke anziehen und gar nicht oder wenig heizen. Manche Autos können beim Laden über eine elektrische Standheizung vorgewärmt werden. Falls möglich: Unbedingt machen.

Stromfresser Nr. 4: Klimaanlage

Klimaanlagen verbrauchen auch bei Verbrenner-Fahrzeugen zusätzlich Energie – bis zu 15 Prozent mehr, gibt der ADAC an. Und so wird die Klimaanlage auch zum Reichweitenproblem bei Elektroautos. Rein technisch hat sich daran nichts geändert: Eine Art Mini-Kühlschrank wird von Strom angetrieben (Verbrenner: Lichtmaschine / Elektroauto: Akku) – und dieser Strom steht bei einem elektrisch angetriebenen Fahrzeug nicht zur Verfügung, um Strecke zu machen. Der ADAC ermittelte einen Reichweitenverlust von bis zu 25 Prozent.

Stromspartipp: Fenster auf statt Klimaanlage. Bei aktivierter Klimaanlage Temperatur etwas höher einstellen, zum Beispiel 23 statt 20 Grad.

Stromfresser Nr. 5: Sonstige Verbraucher

Worüber man sich bei Verbrenner-Autos keine Gedanken macht, wird plötzlich zum Reichweitenproblem: Radio, Sitzheizung, Smartphone laden, Innenbeleuchtung, unnötig eingeschaltetes Abblendlicht – diese Funktionen sind keine echten Reichweitenkiller. Aber auch sie brauchen Strom.

Stromspartipp: Regelmäßig überprüfen, welche Funktionen im Auto wirklich benötigt sind und sich vielleicht deaktivieren lassen.

Stromfresser Nr. 6: Es geht ins Detail…

Wer es ganz genau nehmen will, kann zusätzlich auf Dinge achten wie Beladung, Reifenmodell und Reifendruck.

Stromspartipp: Unnötiges Gepäck aus dem Auto entfernen. Beim Reifenkauf auf Modelle mit einem geringen Rollwiderstand achten. Den empfohlenen Luftdruck einhalten.