Das E-Auto Starterset

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Laden. Planen. Spaß haben! Was Ihr alles braucht, um mit einem neuen Elektroauto direkt durchstarten zu können.

Endlich gibt es ein breite Auswahl an Elektrofahrzeugen und auch der Gebrauchtwagenmarkt kommt langsam in Schwung. Also auf zum Händler und schnell ein Elektroauto kaufen. Damit Ihr aber jeden Kilometer mit Eurem neuen Auto stressfrei genießen könnt, solltet Ihr ein paar Dinge wissen.

Der Strom muss ins Auto

Alle Elektroautos können an einer normalen Steckdose geladen werden. Die Leistung einer Schukosteckdose ist jedoch begrenzt. Mehr als 10 Ampere beziehungsweise 2.300 Watt sollte sie nicht dauerhaft liefern müssen. Bis eine leere Fahrbatterie an einer solchen Steckdose geladen ist vergehen bis zu 15 Stunden. Bei einem Tesla sogar bis zu 45 Stunden.

Wollt Ihr an der Schukosteckdose laden, lasst die Installation unbedingt von einem fachkundigen Elektriker prüfen. Die Steckdose sollte extra mit einem Leistungs- und Fehlerstromschutzschalter abgesichert sein. Die Zuleitungen, Verteilungen und auch die Steckdose selbst müssen ausreichend dimensioniert sein. Neben dem Auto sollten keine weiteren Verbraucher im Stromkreis hängen. Verwendet keine Mehrfachsteckdosen oder Verlängerungskabel. Im schlimmsten Fall kann es sonst zu einem Feuer kommen!

Besser ist es da, mit einer speziellen Steckdose für Elektroautos zu laden. Das geht zum einen schneller und ist zum anderen sicherer. Die sogenannten Wallboxen müssen von einem Elektriker installiert werden. Sie sind direkt an der Hausverteilung angeschlossen und extra abgesichert. Sie haben entweder eine spezielle Steckdose für Elektroautos oder ein festes Kabel, das Ihr einfach ins Auto einstecken könnt.

Eine weitere Alternative ist eine Kraftstromsteckdose. Auch diese muss vom Elektriker an der Hausverteilung angeschlossen und extra abgesichert werden. Euer Auto ladet Ihr dann mit einer mobilen Wallbox. Diese hat auf der einen Seite einen Kraftstromstecker und auf der anderen Seite einen Stecker für Euer Auto. Im Kabel befindet sich eine kleine Kiste mit der Elektronik. Der Vorteil ist, dass Ihr diese Wallbox wenn Ihr verreist einfach mitnehmen könnt und dann am Hotel, im Ferienhaus oder bei den Großeltern ihr Auto an einer entsprechenden Steckdose laden könnt. Bei Tesla ist so eine mobile Wallbox sogar Serienausstattung.

Unterwegs laden

Klar, wer ein Elektroauto hat, möchte damit auf große Tour gehen. Dafür muss man auch unterwegs Strom bekommen. Dafür gibt es in Deutschland und Europa zahlreiche Ladesäulen. Wo Ihr genau welche Ladesäule finden, verraten Stromtankstellenverzeichnisse im Internet oder entsprechende Smartphone-Apps. Eine Übersicht über die wichtigsten Apps findet Ihr am Ende des Artikels. Manche Autos haben die Positionen der Ladesäulen auch im Navi gespeichert.

Leider herrscht in Deutschland noch einige Verwirrung, wenn es darum geht, die Ladesäule zu aktivieren. Viele kochen ihr eigenes Süppchen und teilweise brauchen Sie für eine einzige Säule eine extra Ladekarte. Doch es hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan und immer mehr Anbieter sind Mitglied in einem oder mehreren Roamingverbänden. Hier können Sie dann mit der App oder Ladekarte Ihrer Wahl laden. Damit Ihrem Auto unterwegs nicht die Puste ausgeht, sollten Sie eine Grundausstattung an Ladekarten und Apps dabei haben.

Mit der emobly-Ladekarten-Map bekommt Ihr einen guten Überblick über freie Ladestationen in Echtzeit

Welche Ladekarten braucht Ihr?

Wenn Euere Stadtwerk Mitglied im Ladenetz ist, habt Ihr Glück gehabt und Ihr bekommt relativ einfach und kostengünstig eine Ladekarte, die an sehr vielen Ladesäulen in Deutschland funktioniert.

Für alle anderen aktuellen Tarife haben wir immer hier unseren Ladekarten-Kompass für Euch hinterlegt. Die Tarife werden Monat für Monat neu überprüft.

Im kommenden Jahr werden viele Anbieter von Pauschal- und Zeittarifen zu verbrauchsbasierten Tarifen wechseln. Das wird die Preise an der Ladesäule endlich vergleichbar macht. Denn nicht jedes Auto kann in der gleichen Zeit, die gleiche Menge Strom laden. So kostet bei einem Zeittarif bei einem Auto, dass nur mit wenig Leistung laden die Ladung auf die Kilowattstunde umgerechnet viel mehr, als bei einem Fahrzeug, das mit mehr Leistung laden kann. Das ist intransparent, unfair und nicht wirklich Verbraucherfreundlich. 

Mit der Abrechnung nach Kilowattstunden, wird das System transparenter, fairer und die Preise lassen sich einfach und schnell vergleichen.

Freistrom für alle

Während aber immer noch bei manchen Anbietern Fahrstrom zum Luxus wird, gibt es auch noch die Ladesäulen, die ihren Strom verschenken. So hat Aldi an 50 Filialen in Deutschland Schnellladestationen aufgebaut. Hier können Sie fast alle Elektroautos in einer Stunde Strom für 100 bis 150 Kilometer nachladen. Auch IKEA stattet immer mehr Möbelhäuser mit solchen kostenlosen Ladestationen aus. Auch andere Einzelhändler wie Kaufland rüsten ihre Filialen nach und nach mit kostenlosen Schnellladestationen aus. 

Tesla hat sein eigenes Schnellladenetz. Die sogenannten Supercharger sind derzeit mit das schnellste Ladesystem auf dem Markt. Sie können in 30 Minuten Strom für 220 bis 270 Kilometer nachladen. Bisher stehen diese Ladestationen nur Teslas zur Verfügung. Die Nutzung dieser Stationen war lange im Kaufpreis eines Teslas enthalten. Inzwischen müssen neue Teslakundinnen für das Supercharging bezahlen. Die Strompreise variieren von Land zu Land, orientieren sich aber am ortsüblichen Strompreis. Das Auto kann sich selbst an der Ladestation identifizieren und die Abrechnung erfolgt über die hinterlegte Kreditkarte. Zur Kostenkontrolle, zeigen die Teslas die angefallenen Ladekosten im Fahrzeug an.

Elektrofahrer Knigge

Viele Elektroautofahrer*innen der ersten Stunde freuen sich, wenn sie ein anderes Elektroauto sehen und grüßen. Also wenn Euch aus einem entgegenkommenden Elektroauto zugewunken wird, grüßt ruhig zurück.

Ladestationen und Ladesäulen sind zum Aufladen von Elektroautos da. Sie sind keine Parkplätze! Wenn Ihr die Möglichkeit habt, fahrt Euer Auto nach dem Laden weg und macht Platz für den Nächsten. Alternativ könnt Ihr auch eine Parkscheibe mit Eurer Telefonnummer ins Auto legen. Dann wissen nach Euch Kommende, wie lange Ihr noch laden wollt und können Euch eventuell erreichen. Denkt immer daran, das nächste Mal könntet Ihr selbst dringend Strom brauchen!

Geht pfleglich mit der Infrastruktur um. Achtet bei Ladestationen mit festem Kabel darauf, dass Ihr den Stecker nach dem Laden wieder in die dafür vorgesehene Halterung steckt. Fahrt nicht über das Kabel oder gar den Stecker. Solltet Ihr einen Defekt an der Station feststellen, meldet das dem Betreiber. Als Kür könnet Ihr es auch noch im Stromtankstellenverzeichnis melden, damit Andere wissen, dass die Säule defekt ist. Ihr könnt auch erfolgreiche Ladevorgänge dort eintragen. So sehen andere, ob eine Säule funktioniert. Wenn Ihr selbst Eure erste längere Reise plant, seid Ihr dankbar für solche Informationen.

Der Fahrstil

Nutzt den richtigen Anschluss zum Schnellladen. Viele Schnellladestationen haben drei Kabel. Ein Kabel für Drehstrom (AC), einen Gleichstrom-CHAdeMO-Anschluss für asiatische Autos und einen Gleichstrom-CCS-Anschluss für deutsche Autos. Diese Ladestationen sind dafür gedacht, schnell aufzuladen und dann weiter zu fahren. Ladet nicht am AC-Anschluss, wenn Euer Auto an AC nicht schnellladen kann – also mindestens 22 Kilowatt. Da einige Anbieter nach Zeit abrechnen, kann es mitunter sehr teuer werden, wenn Ihr versucht an solchen Stationen langsam mit AC zu laden. Auch solltet Ihr nicht mit einem Plug-In-Hybrid Schnellladestationen blockieren. In einer halben Stunde ladet Ihr mit einem solchen Auto sowieso nur Strom für weniger als zehn Kilometer nach. 

Weitere Hilfe und Tipps findet Ihr auch bei Gleichgesinnten. In Deutschland gibt es zahlreiche Elektrofahrerstammtische und Elektroautovereine wie etwa Electrify-BW e.V.

Jetzt seid Ihr bestens gewappnet und Euren ersten Abenteuern mit dem neuen Elektroauto steht nichts mehr im Wege! Habt Ihr noch Fragen? Einfach uns via Twitter, Facebook oder YouTube kontaktieren – oder per Mail an team@emobly.com.

Übersicht über die Lade-Apps:

ChargeEV: Apple-App für das größte und aktuellste Ladestationsverzeichnis in Europa Goingelectric.de.

Wattfinder: Andorid-App für das größte und aktuellste Ladestationsverzeichnis in Europa Goingelectric.de.

PlugFinder: Nutzerbetriebenes europaweites Verzeichnis

ChargeMap: Verzeichnis für Europa mit Schwerpunkt auf Frankreich, bietet auch eine eigene Ladekarte.

PlugShare: Dienst aus den USA, der aber auch eine gute Abdeckung in Europa hat. Vor allem für Reisen ins Ausland wie Groß-Britannien unverzichtbar.

NewMotion: Zeigt alle Ladestationen und deren Preise des europaweiten Roamingverbands an. Ladevorgänge können direkt aus der App gestartet werden.

PlugSurfing: Zeigt alle Ladestationen und deren Preise des europaweiten Roamingverbands an. Ladevorgänge können direkt aus der App gestartet werden.

EnBW Mobility+: Übersicht und Zugang zu allen Ladestationen der EnBW und ihrer Roamingpartner.

eCharge: Übersicht und Zugang zu allen Ladestationen von innogy und deren Roamingpartner

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Jana Höffner
Begeisterte Autofahrerin mit starken Suchttendenzen (wenn es eine Straße und Ladestationen gibt, fahre ich mit dem Auto) - seit 2013 inzwischen über 200.000 Kilometer ausschließlich elektrisch. Neben dem Auto ist das Internet und die sozialen Netzwerke mein Zuhause - auch beruflich. Kann spontan Vorträge zu verschiedenen Mobilitätsthemen halten aber auch zu invasiven Neophyten oder Star Trek. Ansonsten Radlerin, Bloggerin (ZoePionierin.de), Vereinsmeierin (Electrify-BW e.V.), Elektroautobauerin (1982er VW Bus), Naturromantikerin und stolze NerdTM.