E-Autos: Frost- und frustfrei durch den Winter

Bilder: Tesla, Inc.

Elektroautos verlieren bei Kälte an Reichweite. Ja, es stimmt. Aber es gibt ein paar Tricks, wie Sie mit Ihrem E-Auto trotzdem komfortabel durch die kalte Jahreszeit kommen. 

Es sind nicht nur die Elektroautos, denen bei Kälte der Saft ausgeht. Auch bei Ihrem Smartphone oder Laptop haben Sie das vielleicht schon festgestellt, wenn bei Minusgraden plötzlich schneller als gewohnt der Akku leer ist. 

Weniger Akku bedeutet beim Elektroauto allerdings auch gleich weniger Reichweite – der wunde Punkt eines jeden E-Auto-Fahrers. Je nach Temperatur, Geschwindigkeit und Fahrweise kann sich die mögliche Distanz sogar um 50 Prozent verringern. Das hat ein vom ADAC durchgeführter Test mit dem Mitsubishi i-MIEV ergeben. h

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Wetterfühlige Batterien

Der Grund hierfür sind die Lithium-Ionen-Akkus, das Herz der Elektroautos. Sie sind das derzeit am weitesten verbreitete Batteriekonzept, da sie besonders leistungsstark und zugleich platzsparend sind. Aber: Sie bevorzugen Temperaturen von fünf bis 35 Grad Celsius – und sie hassen Kälte. Wenn die Temperatur also unter fünf Grad fällt, wirkt sich dies auf die elektrochemische Reaktion aus. 

Vereinfacht gesagt sind Lithium-Ionen in der Batterie dafür zuständig, elektrische Ladung in einer Elektrolytflüssigkeit zwischen Kathode und Anode zu transportieren. Bei Kälte wird das Elektrolyt zähflüssiger und die Ionen müssen gegen einen größeren Widerstand ankämpfen, um die elektrische Ladung vom Minus- zum Pluspol zu transportieren und umgekehrt.

Die Folge: Die Batterie wird träge, die elektrische Leitfähigkeit nimmt ab – und unsere Ansprüche ans Auto zu.

Hier ein paar Tipps, wie Sie die Leistung Ihres Elektroautos in der kalten Jahreszeit optimieren können:

Besser kein Kaltstart

Wer steigt morgens schon gerne in ein eiskaltes Auto? Niemand. Richtig. Aber die Fahrzeugheizung des E-Autos geht auf den Akku – und damit eben auch auf die Reichweite. Die möchte man auch nur ungern riskieren.

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Deshalb nutzen Sie während des Ladens in der Nacht das Vorwärmesystem Ihres Autos. So kommt die Heizenergie über das Ladekabel und geht nicht auf Kosten der Antriebsbatterie. Der Vorteil: Es herrschen morgens wohlige Temperaturen im Auto und Sie verlieren keine Reichweite durchs Aufheizen des Innenraums und der Batterien. An Elektroladesäulen kann dieser Vorgang oft schon per App programmiert werden.

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Die richtige Akkupflege

Wenn das Auto über keine solche Vorwärmfunktion verfügt oder wenn die Temperaturen sehr niedrig sind, ist es mitunter besser, nach der Fahrt, die noch warme Batterie zu nutzen und den Akku zu laden. Dies geht mit einer noch warmen Batterie schneller – und ein wohltemperierter Akku behält seine volle Kapazität länger. 

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Auch E-Autos mögen’s warm

Wenn möglich, lassen Sie Ihren Elektrowagen nicht in der Kälte stehen, sondern stellen Sie ihn bestenfalls über Nacht in einer Garage unter. Zugegeben, in der Stadt ist solch ein Stellplatz meist Luxus. Neuere Elektroauto-Modelle verfügen oft jedoch auch über gutes Isoliersystem, welches sicherstellt, dass es weder zu einer Überhitzung noch zur Unterkühlung kommen kann. Fragen Sie Ihren Händler! 

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Richtig einheizen

Beim Elektroauto fehlt die Abwärme, die beim Verbrenner durch den Motor entsteht und das Auto nebenbei heizt. Also kommt die gesamte Leistung von der Batterie. Je nach Außen- und gewünschter Innenraumtemperatur benötigt diese bis zu fünf Kilowatt in der Stunde, so der ADAC. Ein Elektrofahrzeug mit einem 15 kWh-Speicher wäre also allein durch die Heizleistung innerhalb von drei Stunden am Ende seiner Kapazität – sofern durchgängig die volle Power abgerufen wird. Bestenfalls heizen Sie also so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Ein Trick ist, anstatt das ganze Auto mit dem Gebläse aufzuheizen, auf die deutlich stromsparendere Sitz- und Lenkradheizung zurückzugreifen. So lassen sich zehn bis 20 Prozent mehr Reichweite erzielen. Was natürlich auch hilft: Einfach etwas dicker anziehen. 

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Der nächste Winter kommt

Mittlerweile haben viele Autohersteller auf das Heizproblem bei Elektroautos reagiert und eine Wärmepumpe nachgerüstet. So kann der Innenraum energieeffizient aufgewärmt und der Akku des Autos geschont werden. Das Prinzip der Wärmepumpe ist einfach, aber effektiv: Sie bezieht den Großteil der Energie zum Heizen bzw. Kühlen nicht mehr aus der Batterie, sondern aus der Umgebungsluft. So erhöht sich die Reichweite im Winter um bis zu 25 Prozent. Wer plant, sich ein E-Auto anzuschaffen, sollte die kalte Jahreszeit mitbedenken. Zur Serienausstattung gehört die Wärmepumpe meist noch nicht. Auch hier gilt: Nachfragen.

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Nur nicht durchdrehen!

Das Fahren bei Schnee und Eis ist für Autofahrer generell eine Herausforderung – Elektroauto fahren unter diesen Bedingungen ist jedoch noch mal etwas anderes. Denn das direkte Drehmoment von E-Autos sorgt zwar auf trockener Straße für eine sportliche Beschleunigung, auf schnee- oder eisbedeckten Straßen können aber schnell die Reifen durchdrehen. Um dies zu vermeiden, wechseln Sie am besten in den bei vielen Elektroautos vorhandenen Eco-Modus. So wird weniger Kraft an die Räder weitergegeben und das Auto kommt besser vorwärts. 

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Der Eco-Modus ist im Winter also doppelt hilfreich: Er bringt Sie sparsamer und sicherer voran. Mehr Tipps auch drüben bei den Kollegen vom ADAC.

Wir wünschen: Frost- und frustfreie Fahrt!

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