Umdenken beim Dienstwagen – ab 2019 elektrisch sparen

Der Reichstag in Berlin von außen
Foto: Deutscher Bundestag / Axel Hartmann

Rund zwei Drittel der Neuzulassungen in Deutschland entfallen jedes Jahr auf Geschäftswagen, wobei ein großer Teil davon als Firmenwagen auch privat genutzt werden kann. Wer aktuell dabei ist sich einen neuen Dienstwagen zu suchen, sollte mit der konkreten Bestellung noch ein wenig warten und auf den elektrischen Antrieb umsteigen.

Steuerlast für Elektroautos wird halbiert

Die jedem Dienstwagen-Fahrer bekannte “1%-Regel”, wonach monatlich 1% des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil zu versteuern ist, wird zum 1.1.2019 verändert: Für Elektroautos, die nach diesem Tag zugelassen werden, wird der anzusetzende Bruttolistenpreis halbiert. Auch der “0,03%”-Entfernungszuschlag halbiert sich somit effektiv.

Tesla Model S fahren, VW Passat Variant versteuern

Auf diesem Weg kann sich ein elektrischer Dienstwagen sehr schnell rechnen, selbst wenn der Bruttolistenpreis höher ist als vom vergleichbaren Verbrenner. So verursacht ein Tesla Model S zukünftig einen zu versteuernden Betrag von 350 Euro im Monat (Bruttolistenpreis 70.000 Euro – 1% auf die Hälfte). Bei einem Verbrenner entspräche dies einem Bruttolistenpreis von 35.000 Euro, also z.B. einem VW Passat Variant Comfortline.

Besonders interessant wird die Neuregelung für günstigere, reichweitenstarke Fahrzeuge wie den Hyundai Kona. Dieser verursacht bei einem Bruttolistenpreis von rund 39.000 Euro einen geldwerten Vorteil in Höhe von 195 Euro. Weitere Beispiele: Ein BMW i3 liegt bei 210 EUR monatlich, ein Jaguar I-Pace bei 390 Euro im Monat. Der elektrische Zweisitzer smart EQ fortwo ist mit 110 Euro geldwertem Vorteil ein wahres Schnäppchen, jedoch aufgrund fehlender DC-Schnelladung nur für die Stadt geeignet.

Die Gesetzesänderung wurde vom Bundestag bereits beschlossen und bedarf noch der Zustimmung des Bundesrates. Kritiker bemängeln, dass die Neuregelung die Beschaffung großer Elektro-SUV zu sehr fördere, die vergleichsweise viel Strom verbrauchen. Außerdem gilt die Neuregelung nicht rückwirkend für bereits zugelassene Elektroautos.