Wie berechne ich die Stromkosten für ein Elektroauto?

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Benzin und Diesel sind teuer – wieviel Strom aber verbrauchen eigentlich Elektroautos? Sind Stromer wirklich billiger als Verbrenner? Hier eine einfache Formel, mit der sich die Kosten schnell berechnen lassen.

Watt is ein Watt?

Die Maßeinheit für elektrische Leistung wird in Watt gemessen. Es bemisst den Energieumsatz pro Zeit (-spanne). Sprich: Die Energie die z.B. in einer Sekunde aufgewendet wird.

Das Kilowatt steht für 1.000 Watt. Wie bei dem Kilogramm 1.000 Gramm = 1 kg, sind 1.000 Watt = 1 kW.

Woher kommt jetzt die Stunde und was hat das mit meinem Auto zu tun?

Irgendwann wurde festgelegt, dass Energie in einer Zeitspanne von einer Stunde bemessen wird. Wenn von einer Kilowattstunde (kWh) die Rede ist, so ist damit die Energiemenge gemeint, die z.B. ein Elektroauto bei der Leistung von einem Kilowatt (=1000 Watt) innerhalb einer Stunde verbraucht.

Wieviel kostet das Laden eines E-Autos denn nun?

Zur Berechnung der Ladekosten, die bei einem E-Auto entstehen, brauchen wir folgende Angaben:

  • den Strompreis in Euro, und
  • den Verbrauch des Autos in kWh pro 100km, oder
  • die Batteriegröße und Reichweite

Die Formel – wenn der Verbrauchswert bekannt ist:

Beispiel Hausstrom und Nissan Leaf:

Berechnung:

Das heisst, dass genauso wie bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen (hier sind es der Verbrauch in Liter/100 km mal Preis pro Liter Treibstoff) können ganz einfach die Kosten pro 100 km berechnet werden.

Falls nur die Batteriegrösse und Reichweite bekannt sind (diese Werte werden bei Fahrzeugbeschreibungen meist hervorgehoben), ergibt sich der Verbrauch ganz einfach mit dieser Formel:

Wie ist das mit öffentlichen Ladesäulen?

Beim Laden an öffentlichen Ladesäulen bleibt die Formel gleich, was sich ändert ist der Strompreis. Hier müssen wir nun unterscheiden zwischen dem langsameren Wechselstrom (AC) und dem schnelleren (und meist kostspieligeren) Gleichstrom (DC).

Beispiel: In der Stadt

Wir sind mit unserem Nissan Leaf beim Shoppen in der Innenstadt. Es gibt speziell reservierte Parkplätze für Elektroautos, ausgestattet in der Regel mit (langsamen!) Wechselstrom-Ladesäulen (AC).

Die Kilowattstunde kostet hier oft etwas mehr als an der heimischen Steckdose. Für unser Beispiel verwenden wir das Angebot von EnBW. Der Wechselstrom kostet 39 ct pro kWh.

Beispielrechnung für Wechselstrom:

Das heisst, an städtischen Wechselstromladern zahlen wir mit unserem Nissan Leaf 7,57 € pro 100 km.

Beispiel: An der Autobahn

Jetzt fahren wir mit dem Auto in den Urlaub. An Autobahnraststätten gibt es vor allem Gleichstromladesäulen (DC). Solche Schnelllader sind in der Regel am teuersten. Für unsere Beispielrechnung verwenden wir das Angebot der EnBW mit 49 ct pro kWh.

Beispielrechnung für Gleichstrom:

Das heisst, auf einer Fernreise zahlt man mit 9,51 € pro 100km am meisten, sogar etwas mehr als mit einem Sparsamen Dieselauto.

Der emobly Tipp: Am besten einen Urlaubsort oder ein Hotel mit Lademöglichkeiten suchen und das gesparte Geld in einen guten Kaffee oder ein leckeres Eis investieren.

Hier gibt es eine Übersicht aller Lademöglichkeiten und der günstigsten Anbieter.

Hinweis: Die angegebenen Formeln sind etwas vereinfachte Darstellungen der Realität. Zum Beispiel gibt es beim Aufladen des Akkus Verluste in der Größenordnung von 10%.