Was tun, wenn’s brennt?

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Elektroautos brennen seltener als Verbrenner. Aber wenn sie mal brennen, brennen sie lange und unkontrolliert. Eine Herausforderung für die Feuerwehr.

Stell Dir vor, Dein Elektroauto steht in der Garage und lädt an der Wallbox. Plötzlich steigt Rauch von der Unterseite des Wagens auf. Kurze Zeit später schlagen Flammen aus dem Akku und greifen auf die umliegende Umgebung über. Eine Horrorvorstellung für jeden, der ein Elektroauto fährt. Doch ist die Angst, dass E-Fahrzeuge häufiger brennen als herkömmliche wirklich berechtigt? Wie geht die Feuerwehr damit um?

Verbrenner brennen häufiger

Laut dem österreichischem Magazin Autorevue sind 90 Autobrände bei Verbrennern pro einer Milliarde Kilometern normal. Betrachtet man sechs ausgebrannte Tesla auf ihre drei Milliarden Kilometer, so kommt man auf zwei Brände pro eine Milliarde Kilometer. Daran kann man erkennen, dass derzeit Elektrofahrzeuge deutlich seltener brennen, als Fahrzeuge mit herkömmlichen Antrieben.

Ein brennender Tesla S – Quelle: Feuerwehr Landeck / Facebook

Wenn es tatsächlich mal brennt

Tesla verbaut in seinen Batterien spezielle Brandschutzwände, um zu verhindern, dass Feuer nicht auf die komplette Batterieeinheit überspringt. Sollte es doch mal brennen, ist Vorsicht geboten. Sogar Tage nach einem Unfall können sich E-Autos erneut entzünden. Deshalb werden Unfallwagen auf ein abgesichertes Gelände geschleppt und dort einige Tage beobachtet.

Die Feuerwehr steht vor einer neuen Herausforderung, z.B. beim Versuch, Personen aus dem Fahrzeug freizuschneiden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die orangenen Hochvoltkabel der Batterie nicht durchtrennt werden. Um das zu verhindern, stellen Hersteller Rettungskarten zur Verfügung, auf denen die Kabel eingezeichnet sind.

Brennender Streetscooter der Deutschen Post in Teuchern. Quelle: Mitteldeutscher Runfunk

Probleme durch Chemikalien in den Akkus

In Teuchern (Sachsen-Anhalt) brannte jüngst ein Streetscooter der Post (s. Video). Immer wieder konnten Anwohner Explosionen hören. Dicker schwarzer Rauch zog durch die Wohnsiedlung. Laut der Zusteller haben sie nur kurz das Auto verlassen, um ihre Lieferungen abzugeben. Noch heute kann man die Brandspuren auf dem Asphalt erkennen.

Die in einem Akku verbauten Materialien wie Kobalt, Silizium usw. entwickeln bei einem Brand hoch ätzende, giftige Chemikalien. Diese können gerade in geschlossenen Räumen, beispielsweise in einer Garage, zu einem Problem werden.

Daher ist ein solcher Löscheinsatz für die Einsatzkräfte immer eine besondere Herausforderung. “Dann setzt der Akku unheimlich viel Energie frei”, sagt etwa der Brandschutzexperte der Frankfurter Feuerwehr Andreas Ruhs im HR.

Mögliche Lösungen für die Feuerwehr

Eine mögliche Lösung bei Bränden mit Elektroautos ist das komplette Versenken in einem speziell dafür angefertigten Container. Das brennende Auto wird hierbei mittels Seilwinde in den Stahlbehälter befördert. Anschließend wird dieser komplett mit Wasser gefüllt, um die Akkus zu kühlen und damit das Feuer direkt erstickt wird.

Natürlich besteht bei derartigen Einsätzen für die Feuerwehr immer ein erhöhtes Risiko, da man nicht weiß, wie die Batterien reagieren. Deshalb wird in immer mehr Feuerwehrschulen das Löschen von E-Autos geübt.

Dieser Text entstand im Zuge einer Kooperation mit dem Fachbereich Technikjournalismus an der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg.